Erfahrungsberichte unserer Studentinnen und Studenten


Christian Völker Student ABWL

"Mit jeder Qualifikation verbessert sich die eigene Position."

Warum haben Sie sich entschieden, neben Ihrem Beruf Angewandte Betriebswirtschaftslehre zu studieren?

Betriebswirtschaftliche Prozesse bestimmen seit 15 Jahren meinen Arbeitsalltag bei STEFFEN Media. Nach Abitur, einer kaufmännischen Ausbildung und der erworbenen Berufserfahrung, war das der logische Schritt. Einmal, um die praktischen Erfahrung mit dem theoretischen Wissen zu ergänzen und um mir die Qualifikation für mein weiteres Berufsleben bestätigen zu lassen.

Wie schaffen Sie es Familie und Beruf mit dem Studium zu vereinbaren?

Mit meinem Beruf ist das Studium sehr gut vereinbar. Herr Steffen, mein Chef, stellt mich u. a. für die Präsenztage frei und bietet mir ein flexibles Arbeitszeitmodell. Für diese Unterstützung bin ich sehr dankbar. Mein Privatleben muss sich dem Studium stärker unterordnen. Hier hilft mir die Familie sehr. Die Kinder verbringen z. B. an den Präsenzwochenenden die Zeit oft mit Oma und Opa.

Wie fühlt es sich an, Student zu sein? 

Student zu sein ist klasse! In meinem Lieblings-Burgerladen bekomme ich satte 10% Studentenrabatt. Ansonsten erlebe ich das Studentenleben vor allem als regelmäßigen Kampf mit dem „Inneren Schweinehund“. Das ist sicher der Tatsache geschuldet, dass ich als „Feierabendstudent“ immer schon einen normalen Arbeitstag hinter mir habe. Trotzdem ist es schön seinen Horizont in der kurzen Zeit schnell und konzentriert zu erweitern.

Welche beruflichen Chancen oder Veränderungen könnten nach erfolgreichem Studienabschluss eintreten?

Mit jeder Qualifikation verbessert sich die eigene Position. Für diese Erkenntnis musste ich nicht studieren. Eine Visitenkarte mit Titel ist wie ein schwarzer Anzug. Nicht unbedingt nötig aber es vereinfacht den Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und nicht zuletzt mit Vorgesetzten und Kollegen enorm.

Welche Erfahrungen oder Tipps geben Sie künftigen Studienanfängern mit auf den Weg?

Ich kann das ABWL-Studium nur jedem empfehlen. Man muss sich rechtzeitig im Klaren sein, dass die zu investierende Zeit an anderer Stelle fehlt. Hier sollte man rechtzeitig mit Arbeitgeber und Familie sprechen.

Der wichtigste Tipp: 3 Tage vor der Klausur mit der Vorbereitung zu beginnen, ist keine gute Idee.


Benjamin Walter Student ABWL

"Es fühlt sich gut an, Teil einer tollen Jahrgangsgruppe zu sein."

Warum haben Sie sich entschieden, neben Ihrem Beruf Angewandte Betriebswirtschaftslehre zu studieren?

Um eine akademische Qualifikation zu erwerben, mit der sich insgesamt flexibler bei der Karriereplanung reagieren lässt.

Wie schaffen Sie es Familie und Beruf mit dem Studium zu vereinbaren?

Mit diesem Studiengang ist meine Berufstätigkeit in Vollzeit sehr gut vereinbar, die Präsenztermine in den Fachsemestern sind gut gestaffelt, um den vermittelten Stoff aus den Vorlesungen in der darauf folgenden Selbststudienphase zu festigen. Mein Arbeitgeber Weber Maschinenbau GmbH und mein Kollegenteam unterstützen mich mit Bildungsfreistellungen und Vertretungen, während der Präsenztage die in die Arbeitszeit fallen.

Familiär hält mir meine Lebensgefährtin den Rücken frei und die ganze Familie steht hinter mir und meinem Studium. Ich möchte mich hiermit bei allen die mich unterstützen recht herzlich bedanken, besonders bei meiner Lebensgefährtin.

Wie fühlt es sich an, Student zu sein? 

Es fühlt sich gut an, ein Teil von einer tollen Jahrgangsgruppe zu sein. Die Kommilitonen sind alle sehr sympathisch. Es wird sich gemeinsam zu Lerngruppen organisiert und sich gegenseitig unter die Arme gegriffen.

In den Vorlesungen kommt es wie immer im Leben auf das Studienthema, die oder den Professor/-in an und dessen Methodik und Didaktik. Zum wissenschaftlichen Arbeiten kann ich sagen, es nimmt viel Zeit und Selbstdisziplin in Anspruch, ich stecke mitten in der ersten Seminararbeit und hoffe diese mit einem guten Ergebnis abzuschließen. Der mich betreuende Dozent ist trotz räumlicher Distanz immer schnell erreichbar und steht mir mit Rat und Tat zur Seite.

Welche beruflichen Chancen oder Veränderungen könnten nach erfolgreichem Studienabschluss eintreten?

Aufstieg in der Karriereleiter in die mittlere Leitungsebene oder sogar in die Geschäftsführung im Mittelstand. Auch für eine eventuelle Selbstständigkeit ist man nach absolviertem Studium gerüstet.

Welche Erfahrungen oder Tipps geben Sie künftigen Studienanfängern mit auf den Weg?

Ohne lange nach zu denken, einfach mit dem Studium anfangen und sich in der Hochschule Neubrandenburg immatrikulieren. Wenn möglich alle Präsenztage wahrnehmen und bei diesen natürlich aufmerksam der Vorlesung folgen, immer die ersten Klausurtermine wahrnehmen. Der Studiums-Verwaltung sagen was einem nicht passt, es wird sich dann darum gekümmert und nach einer Lösung gesucht.


Katrin Thielsch Absolventin ABWL

"... ich wollte bessere berufliche Möglichkeiten."

Foto: Anke Brauns

Erschienen im Nordkurier vom 14.10.2017 (Autorin: Anke Brauns)

Beim zweiten Studium noch eine Schippe draufgelegt

Tagsüber arbeiten, abends die Familie und am Wochenende studieren: Wer sich berufsbegleitend noch mal in den Hörsaal setzt, muss ordentlich Durchhaltevermögen beweisen. Katrin Thielsch gehört zu den Ersten, die sich an der Neubrandenburger Hochschule „nebenbei“ an die Angewandte Betriebswirtschaft gewagt haben. Jetzt ist Erntezeit für die ersten Absolventen.

„Schon wieder Uni!“ Diese vorwurfsvolle Bemerkung hat sich Katrin Thielsch von ihren beiden Kindern in den vergangenen vier Jahren öfter anhören müssen. „Schon wieder Uni“– das hieß, Katrin Thielsch musste büffeln oder Arbeiten schreiben und hatte weniger Zeit für die Familie. Sie hat zwar keine Uni besucht, gehört aber an der Neubrandenburger Hochschule zu den ersten Absolventen im berufsbegleitenden Studiengang Angewandte Betriebswirtschaftslehre. „Zu Hause Disziplin zu haben und etwas fürs Studium zu tun, das ist mir am schwersten gefallen“, sagt die 38-Jährige. Deshalb ist sie an den Wochenenden, an denen sie keine Vorlesungen hatte, trotzdem hin und wieder von zu Hause in Wildberg nach Neubrandenburg gefahren, war in der Hochschul-Bibliothek und hat sich in der Hochschule ein Plätzchen gesucht,um mit Praxisarbeiten oder der Bachelorarbeit voran zu kommen. „Hier konnte ich effektiv arbeiten und habe viel geschafft“, sagt sie.

Bessere berufliche Möglichkeiten gesucht Dass sie gemeinsam mit den anderen knapp 30 Erst-Absolventen in der kommenden Woche ihr Zeugnis bekommt, macht sie natürlich stolz. Aber sie gehe auch mit einem weinenden Auge, gesteht sie. Auch wenn sie in den vier Jahren nicht jeden Tag wie ein Direktstudent, sondern nur alle paar Wochen mit ihren Kommilitonen in der Hochschule war, ist die Truppe zusammengewachsen. „Es ist auch eine ganze andere Kommunikation untereinander und mit den Professoren, wenn alle Studenten schon aus dem Berufsleben kommen und ihre Erfahrungen einbringen. Das war richtig guter Austausch“, sagt sie. Katrin Thielsch weiß genau,wovon sie spricht, denn sie hat schon einmal an der Neubrandenburger Hochschule studiert. Gleich nachdem Abitur in den 90er-Jahren entschied sich die Tochter einer Bäcker-Familie für Lebensmitteltechnologie und fand nach dem Studium Arbeit in der Saftindustrie –allerdings in Paderborn.Aus familiären Gründen kam Katrin Thielsch zurück, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule und schließlich im Zentrum für Lebensmitteltechnologie. „Eine schöne Arbeit, aber immer nur befristete Verträge, das war mir mit Familie dann zu unsicher,ich wollte bessere berufliche Möglichkeiten“, erklärt sie, warum sie sich schließlich entschied, knapp 9000 Euro zu investieren und berufsbegleitend Betriebswirtschaft zu studieren. Zwar hat Katrin Thielsch auch immer gern in der Wildberger Bäckerei ihrer Eltern geholfen und das Thema Lebensmittel liegt ihr sowieso, aber für Zahlen hat sie auch ein Faible. In Mathe sei sie immer ganz gut gewesen. Und wenn sich anderen Menschen die Haare sträuben bei scheinbar so trockenen Angelegenheiten wie Controlling,Rechnungslegung oder Finanzmanagement – sie findet das spannend. Natürlich sei es auch stressig gewesen, das Studium mit Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.Für einige der 15 Studenten,die vorzeitig abgebrochen haben,war das sicher auch ein Grund. „Ich habe zwischendurch auch überlegt“, gesteht Katrin Thielsch.

Arbeitgeber unterstützten das Studium Aber sie hat durchgehalten und ist jetzt „glücklich und zufrieden“. Während des Studiums lernte sie ihre künftige Chefin kennen und arbeitet jetzt bei einem großen Energieunternehmen in Demmin. Beide Arbeitgeber haben ihr Studium unterstützt, indem sie Bildungsurlaub gewährten, erzählt sie. Ihr Mann, die Kinder und ihre Eltern kommen auch zur Abschlussveranstaltung. Sie sind alle mächtig stolz auf Katrin Thielsch – und haben natürlich ihren Anteil, indem sie ihr zum Beispiel den Rückenfrei hielten. Die Wildbergerin schrieb auch beide Praxisarbeiten in der Familien-Bäckerei Ohm, ihre Bachelor-Arbeit ebenfalls zum Thema „Unternehmensübergabe in einem handwerklichen Unternehmen“– denn ihre Schwester hat die Bäckerei im vergangenen Jahr von den Eltern übernommen. Eine 1,7 bekam Katrin Thielsch für ihre Bachelor-Arbeit. „Das erste Studium habe ich deutlich schlechter abgeschlossen“, gibt sie lachend zu.