WARUM WIR DAS SO MACHEN


Wir sind stolz auf die OER, die die Studierenden des Sommersemesters konzipiert, produziert und veröffentlicht haben. Zwei Lernszenarien zu Beratung in sozialen Berufen sind entstanden, die durch ein konkretes berufsspezifisches Gespräch führen.

Wenn wir unsere didaktische Arbeit reflektieren, können wir feststellen, dass das Konzept ein fachübergreifendes Seminar im Service Learning Format anzubieten, ein guter Plan war. Das Konzept, das wir im Seminarplan mit Projektphasen und Reflexionssitzungen entwickelt hatten, ist aufgegangen: Die Studierenden haben am konkreten Bedarf des RBB Müritz freie Bildungsressourcen geschaffen, die auch prompt im Unterricht eingesetzt werden.

Dabei haben wir alle – die Studierenden, die Berufsschullehrer*innen und die Lehrenden – unsere gewohnten Rollen und Wohlfühlzonen verlassen. Wir waren alle mal Mentor*in, mal Lehrende*r und mal Lernende. Meist haben sich die Lehrenden als moderierend, begleitend, unterstützend, beratend, Rahmen gebend, kontrollierend, reflektierend, steuernd wahrgenommen. Die Berufsschullehrkräfte waren Expert*innen mit Berufserfahrung, Impulsgeber*innen und Reflexionspartner*in mit Blick von außen.


Die Studierenden konnten

  • in kollaborativer Projektarbeit (Hier wollten wir die Studierenden unbedingt Erfahrungen sammeln lassen.)
  • selbstständig und eigenverantwortlich (Das ist unser modus operandi.),
  • mit digitalen Tools (Wir sind ja auch Team DigiLehrbildung.),
  • auf Augenhöhe, (Das passt in unser Mindset.),
  • vertrauensvoll und fair (laut Rückmeldung von den Studierenden),
  • im vorgegeben Zeitplan (Der hat auch funktioniert – Juhu!)

Neues kennenlernen, ausprobieren, aushandeln und umsetzen. Es brauchte aber einen konsequenten Durchsetzer von uns, damit alles planmäßig lief. Als zukünftige Lehrer*innen haben die Studierenden im Sommersemester ganz konkret erfahren, wie digitales Lernen didaktisch funktionieren kann und warum nicht das Tool sondern die Kompetenz zählt.


Sie sind es, die die Schüler*innen von morgen auf eine Berufswelt vorbereiten, die wir aktuell noch gar nicht kennen, deren Anwendungen und Probleme wir im Detail gar nicht abschätzen können und deren zukünftige Relevanz für uns oft noch wenig erkennbar ist. Es gilt also nicht Digitales Lernen zu schulen, sondern dabei zu unterstützen, Neugier und Vorstellungskraft zu entwickeln und zum selbstorganisierten Handeln im Miteinander zu befähigen. Lehrende müssen heute in der Lage sein, aus der Bewertungsrolle zu treten und eigene Fehler zuzulassen, um achtsam mit den Perspektiven und Werten anderer umgehen zu können. Für unser Seminar bedeutet das, im Lernen so viel Freiheit und Eigenverantwortung wie möglich zuzulassen. Es bedeutet auch mal inhaltlich zuzuspitzen, um Zeit für Experimente zu schaffen. Deshalb werden wir den Seminarplan für das Wintersemester 22/23 ordentlich entschlacken.