Schweden - Sveriges Lantbruksuniversität

Nick Rump, Naturschutz und Landnutzungsplanung B.Sc.

Auslandssemester in Schweden

Ich bin Nick, studiere NLP und habe ein Auslandssemester in Umeå an der SLU in Schweden gemacht. Dafür war ich von Januar bis Juni im Sommersemester in Nordschweden und konnte so das Land, die Leute und die Universität kennenlernen.

Ich wollte schon immer eine Zeit im Ausland verbringen, und das Auslandssemester war dafür wie für mich gemacht. Man kann bis zu einem Jahr im Ausland verbringen, wird durch das ERASMUS-Programm finanziell unterstützt und kann sich die Module aus dem Ausland anrechnen lassen.

Die Vorbereitung gestaltete sich aufgrund der EU-Mitgliedschaft relativ einfach, und eine Unterkunft im Studentenwohnheim kann man direkt bei der SLU beantragen. Was man sich für Umeå jedoch bewusst machen muss, ist, dass die Winter dort sehr kalt sind und es im Sommersemester (Winter 2023/24) bis zu -38 °C werden kann. Darauf sollte man entsprechend vorbereitet sein. Kurz vor Beginn des Semesters gibt es außerdem ein Pre-Arrival-Meeting, in dem einem das Wichtigste über Schweden erklärt wird und bei dem man auch Rückfragen stellen kann. Kurz nach Vorlesungsbeginn fand zudem vor Ort ein Treffen der internationalen Studierenden und der SLU statt, bei dem einem alles gezeigt wurde und man sich untereinander vernetzen konnte.

Umeå liegt ca. 630 km nördlich von Stockholm und ist eine Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern, davon rund 30.000 Studierende. Die Stadt habe ich sehr zu schätzen gelernt, da sie zwar klein ist, aber dennoch viel zu bieten hat. Man findet wirklich alles, da sie die größte Stadt nördlich von Stockholm bzw. Uppsala ist. Gleichzeitig ist man in nur 20 Minuten mitten im Nirgendwo in der schwedischen „Wildnis“.

Der Campus der SLU in Umeå ist sehr klein und hat nur wenige hundert Studierende. Das macht alles umso persönlicher, und man trifft immer jemanden, den man kennt. In den Modulen, die ich besucht habe, wurde Englisch gesprochen, und generell gab es viele internationale Studierende, die dort längerfristig waren. Die Module waren sehr interessant, und ich konnte viel über internationale und schwedische Sichtweisen sowie Herangehensweisen im Bereich Naturschutz und Forstwirtschaft lernen. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und kannte bereits vom ersten Tag an meine Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Über die Student Union wurden viele Aktivitäten organisiert, wie wöchentlicher Sport (im Winter Eishockey und im Sommer Volleyball) oder gemeinsames Kochen und Backen im Studentenverbindungshaus. Außerdem haben meine Kommilitonen und ich viele Ausflüge unternommen. So waren wir oft nach der Uni oder am Wochenende im Ort Langlaufen oder Skifahren. Beides war fußläufig oder mit dem ÖPNV in etwa 15 Minuten gut erreichbar. Außerdem haben wir größere Ausflüge gemacht, zum Beispiel Mehrtagestouren in nahegelegene Nationalparks sowie Wander- und Campingtouren auf der vorgelagerten Insel Holmön.

Ich kann außerdem empfehlen, im Februar zum Wintermarkt nach Jokkmokk zu fahren, da dies auch der jährliche Treffpunkt der Sami (schwedisches Urvolk) ist. Man kommt zwar mit dem ÖPNV dorthin, jedoch lohnt es sich in Schweden generell, ein Auto zu haben. Insgesamt ist Umeå ein sehr guter Ort für sportbegeisterte Menschen, da man sich bei der „Fritidsbanken“ kostenlos Sportausrüstung wie Langlaufski, Ski oder Eishockeyausrüstung ausleihen kann. Zusätzlich gibt es an der Universität ein kostenloses Fitnessstudio sowie direkt daneben ein großes Sport-, Fitness- und Wellnesscenter (IKSU), in dem man zahlreiche Sportarten und Kurse ausüben kann.

Ich kann ein Auslandssemester in Umeå absolut allen empfehlen, die die skandinavische Kultur, das schwedische Bildungssystem und den Winter erleben möchten. Zudem würde ich das Sommersemester besonders empfehlen, da die Tage im Herbst immer kürzer werden und meist noch kein Schnee liegt. Als ich im Januar angekommen bin, wurden die Tage stetig länger, sodass man auch öfter die Sonne sehen konnte und gleichzeitig den Beginn des Sommers miterlebt hat.