Spanien - Praktikum an der Deutschen Schule Málaga

Laura Räusch, Pädagogik der Kindheit B.A.

Auslandspraktikum im Kindergarten der Deutschen Schule Málaga

Ich war von März 2024 bis Juni 2024 für vier Monate in Málaga und habe dort ein Auslandspraktikum im Kindergarten der Deutschen Schule Málaga absolviert. 

 

Die Deutsche Schule Málaga wurde 1898 gegründet und ist seitdem ein wichtiger kultureller Knotenpunkt für die deutschsprachige Gemeinschaft in Andalusien und zieht auch viele spanische Familien an, die eine deutsche Ausbildung für ihre Kinder wünschen. Die Schule folgt dem deutschen Lehrplan und bietet Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur an. Die Schule ist vom deutschen Kultusministerium anerkannt und unterliegt dessen Richtlinien und Prüfungen. Der Unterricht findet überwiegend in deutscher Sprache statt, wobei Spanisch als verpflichtendes Fach gelehrt wird. 

Der Kindergarten befindet sich in einem separaten Nebengebäude und erstreckt sich über drei Stockwerke. Zur Ausstattung gehören zwei separate Spielplätze sowie eine kleine Turnhalle, die auch als Speisesaal genutzt wird. Der Kindergarten betreut insgesamt 142 Kinder, die auf sechs Kindergartengruppen und zwei Vorschulgruppen verteilt sind. Wie in der zugehörigen Schule ist die Hauptunterrichtssprache Deutsch.

 

Ich habe mein Praktikum in der Vorschule B absolviert. In der Gruppe werden 26 Kinder von zwei pädagogischen Fachkräften und einer Jahrespraktikantin betreut. Es gibt jede Woche ein neues Bastelprojekt und es findet einmal im Monat ein Ausflug statt, der den Kindern die Möglichkeit bietet, ihre Umgebung praktisch zu erkunden.

Die Vorschule B zeichnet sich durch einen strukturierten Tagesablauf aus, der stark an den organisatorischen Charakter der übergeordneten Schule angelehnt ist, da jeder Tag vom Ankommen im Kindergarten bis zum Verlassen durchgeplant ist. Die Kinder erlernen das Schreiben der Buchstaben des Alphabets, das Zählen sowie das Rechnen im Zahlenraum bis 20. Diese frühen Bildungsinhalte sollen die Kinder auf die schulischen Anforderungen der Grundschule vorbereiten. Außerdem werden jeden Freitag mehrere Seiten an Hausaufgaben verteilt, welche die Kinder bis zur darauffolgenden Woche durcharbeiten sollen. 

In der Vorschule wurde von den Kindern erwartet, an jedem Bastelprojekt teilzunehmen, ohne Rücksicht auf ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten. Es wurde großen Wert daraufgelegt, dass die Kinder originalgetreu malen und basteln. Dies führte zu einem großen Leistungsdruck bereits im Vorschulalter, der sich insbesondere in der stark eingeschränkten Freispielzeit zeigte. Stattdessen wurden die Kinder nahezu ununterbrochen in geplante Aktivitäten eingebunden. Während meines Praktikums entstand der Eindruck, dass die Prioritäten der Verantwortlichen eher auf der Zufriedenstellung der Eltern lagen. Die Ergebnisse der kreativen Arbeiten mussten möglichst perfekt sein, um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen und ein positives Feedback von ihnen zu erhalten. Dies deutet darauf hin, dass die Präsentation der kindlichen Arbeiten vorrangig dazu diente, die elterliche Beurteilung positiv zu beeinflussen, anstatt die individuelle Entwicklung der Kinder zu fördern.

Im Vorfeld meines Aufenthalts in Málaga beantragte ich eine internationale Studierendenkarte. Diese erwies sich jedoch als nutzlos, da ich nicht an der Universität von Málaga eingeschrieben war und daher nicht als Studentin galt. In Málaga bot die Erasmus-Organisation eine breite Palette an Aktivitäten an, darunter gemeinsame Ausflüge, Fußballspielen und Yoga am Strand. Um an diesen Aktivitäten teilzunehmen, war der Erwerb einer ESN-Karte erforderlich. Diese Karte bot zudem weitere Vorteile, wie spezielle Angebote bei Ryanair. Obwohl das ESN-Angebot sehr vielfältig war, konnte ich diese Möglichkeiten nur eingeschränkt nutzen, da es auf Student*innen zugeschnitten war. Ein Vorteil der ESN-Karte ist ihre Gültigkeit von einem Jahr ab Ausstellungsdatum, was die Nutzung der damit verbundenen Vorteile über einen längeren Zeitraum ermöglicht. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass mein Auslandspraktikum durch eine Vielzahl sowohl positiver als auch negativer Erfahrungen geprägt war und meine persönliche und berufliche Entwicklung maßgeblich gestärkt hat. Málaga ist eine kulturell attraktive Stadt mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. Darüber hinaus sind die Bahnverbindungen in Spanien hervorragend ausgebaut, was die Möglichkeit bietet, Wochenendtrips in verschiedene Städte zu unternehmen und somit die Region und auch das Land umfassend zu erkunden.