30 Jahre Friedliche Revolution – Quo vadis Demokratie? - Veranstaltungsreihe der Hochschule Neubrandenburg

Im 30. „Wende“-Jubiläumsjahr erfolgt ein Rückblick auf das Friedliche und Revolutionäre vor der Transformation 1989/1990 einerseits, und andererseits werden Brüche und Kontinuitäten in Ost und West in den Blick genommen. Zur dialogischen Auseinandersetzung über das bildungspolitische Erbe der DDR, aktuelle Herausforderungen des demokratischen Zusammenlebens im wiedervereinigten Deutschland und den demokratischen Auftrag von Hochschule, Stadtöffentlichkeit und der Zivilgesellschaft im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (MSE) sind alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, der Region MSE sowie Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Neubrandenburg herzlich eingeladen.

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Highlights

KAMINGESPÄCH Nachwende-Jugendhilfe

Referent*innen: Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe aus den Jahren der gesellschaftlichen Transformation 1989/1990

Moderation: Prof. Dr. Werner Freigang, Dekan des Fachbereiches Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung

am 11. November 2019 von 18:00 – 21:00 Uhr Café International, Neutorstr. 7, 17033 Neubrandenburg

Die Jugendhilfe der DDR wurde nach der Wende radikal in Frage gestellt: Heimerziehung und insbesondere Jugendwerkhöfe galten als Disziplinierungsinstrumente, die offene Jugendarbeit war zwar im Vergleich zu heute sehr gut ausgestattet, wurde aber stark politisch funktionalisiert. In dem Gespräch werden Akteure aus der damaligen Zeit zu Wort kommen, Fachleute aus der ehemaligen DDR, die vor dem Umbruch in diesem Bereich gearbeitet hatten und neue Funktionen übernahmen und Fachleute aus „dem Westen“, die den Veränderungsprozess als Außenstehende begleiten, sowie Fachkräfte, die in dieser Zeit ihre Berufslaufbahn starteten. Welche Spuren und auch Narben diese Prozesse bei den Akteur*innen hinterlassen haben, welche wechselseitigen Lernprozesse möglich wurden, aber welche Verlierer*innen und Gewinner*innen es gab, wie sich Besonderheiten der heutigen Jugendhilfe aus dieser Zeit erklären lassen, das soll Thema dieses Abends sein.


Die unendliche Geschichte der ostdeutschen Identität – Identität und Identifikation in der deutsch-deutschen Nachwendegeneration

Referent:  M. A. Daniel Kubiak, Promovend der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften

am 14. November 2019 von 09:00 – 11:00 Uhr in der Hochschule Neubrandenburg, Haus 1 Raum 219

Deutschland war 40 Jahre geografisch und politisch geteilt. Physisch ist die Teilung durch den Fall der Berliner Mauer schon 1989/1990 abgebaut worden. Der politische Umgestaltungsprozess ging ebenfalls relativ schnell vonstatten, auch durch den Institutionentransfer aus Westdeutschland. Symbolisch scheinen die Trennungslinien zwischen Ost und West noch heute sehr relevant zu sein. So erscheinen Ost und West heute als zwei Kulturräume. Aber auch Trennlinien zwischen Stadt und Land oder Arm und Reich bestimmen den Alltag vieler Menschen, vor allem auch in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie die symbolischen Grenzen auch in der Nachwendegeneration nachwirken und welche Ähnlichkeiten sich zu anderen symbolischen Grenzen finden lassen. Hierzu stellt M. A. Daniel Kubiak Ergebnisse seiner Forschung vor, die er teilweise in Berlin, Bremen und Rostock durchgeführt hat, aber auch in drei kleinen Dörfern an der mecklenburgisch-brandenburgischen Grenze. Dabei wird er nicht nur das Trennende herausstellen, sondern auf die Chancen der Anerkennung von Vielfalt hinweisen.


Ausstellungen

Ausstellungen

Vernissage "30 Jahre Kinderbücher und erzählte Geschichten in Deutschland"

ERÖFFNUNG am 12.11.2019 von 13:00 – 14:00 Uhr in der Hochschule Neubrandenburg Haus 1 Raum 416

Referentin: Dr. Matilde Heredia, Vertretungsprofessur für Sozialwissenschaften/Qualitative Sozialforschung, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen zur Ausstellung

In diesem Projekt werden sich die Studierenden auf die Suche nach mündlich erzählten oder gedruckten Geschichten, Gedichten, Liedern und Reimen aus Kinderbüchern machen, die sie in den eigenen Familien und in ihrem persönlichen Umfeld kennengelernt haben. Das gesammelte Material wird in der Lehrveranstaltung besprochen, reflektiert, und anschließend wird es in der Hochschule im Rahmen einer Ausstellung präsentiert und diskutiert.

Die friedliche Revolution der Bücher wird an den Kindern, die sich regelmäßig in der Hochschule aufhalten, durch die Gestaltung von „Lesekisten“, weitergegeben. Täglich besuchen Kinder aus der benachbarten Grundschule die Hochschule. Die Kinder halten sich vor Schulbeginn, während der Mittagszeit, aber auch nach Schulschluss meistens im Foyer und in der Cafeteria der Hochschule auf. Das Ziel ist es hier, Kinderbücher für die Kinder, aber auch für die Erwachsene zugänglich zu machen.

Damit Bücher weitergegeben werden können, ist als weiterer Aspekt dieses Projektes eine Bücherbörse in der Hochschule zu gestalten. Dabei sollen ein Regal und eine gemütliche Leseecke geschaffen werden, wo die Menschen Bücher, die sie schon gelesen haben, hinbringen und neue mitnehmen können.

Die Ausstellung ist bis Anfang Januar 2020 zu besichtigen im Flur Haus 1, 2. OG (Lichtflur).


Ausstellung und Vernissage - Aufbruch im Norden

26. November 2019 ab 16:30 Uhr Vernissage „Aufbruch im Norden“ um 16:30 Uhr Haus 1 im oberen Foyer

Referent: Burkhard Bley, Stellvertretender Landesbeauftragter für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Weitere Informationen zur Ausstellung

Weitere Informationen zur Ausstellung

Die Wanderausstellung „Aufbruch im Norden. Die friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern 1989/90“ der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern dokumentiert exemplarisch Ursprünge, Verlauf, Akteure und Ergebnisse der Friedlichen Revolution 1989/1990. Dabei wird einerseits der Blick auf die Ereignisse insgesamt gerichtet, bspw. die Proteste anlässlich der gefälschten Volkskammerwahl vom 7. Mai 1989, und die anschließende Formierung der Opposition innerhalb der DDR nachgezeichnet. Parallel dazu richtet sich der Fokus auf die ehemaligen drei Nordbezirken Rostock, Schwerin und Neubrandenburg während dieser Zeit: Akteur*innen, Proteste und Umbrüche werden veranschaulicht, die zum friedlichen Sturz des SED-Regimes geführt haben.


(Quelle: LZpB MV, Link: www.lpb-mv.de/projekte/wanderausstellungen/aufbruch-im-norden/)

Veranstaltungsübersicht

Montag, 11. November 2019

10:00 – 14:00 Uhr - Der Demokratie-Bahnhof Anklam

10:00 – 14:00 Uhr - Der Demokratie-Bahnhof Anklam

Ort: Haus 1 Raum 318

Der Demokratie-Bahnhof Anklam ist ein Jugend- und Kulturzentrum, das im Jahr 2014 von jungen Menschen gegründet wurde. Neben den Angeboten des Jugendzentrums, wie die Fahrradwerkstatt oder dem offenen Jugendtreff, finden regelmäßig Kultur- und Informationsveranstaltungen im Anklamer Bahnhofsgebäude statt. Ein Informationsvortrag zur Entstehung, Motivation und dem aktuellen Stand des Demokratiebahnhofs mit Diskussion über lokale Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven. Nach dem Vortrag und Gespräch sind alle Interessent*innen zum handwerklichen Workshop eingeladen: Button-Press und Lavendel-Druck auf Leinenbeutel (Kosten pro Beutel: 2 Euro).

12:00 – 14:00 Uhr - Kindheitspädagogik im Wandel zweier Gesellschaftsformationen

12:00 – 14:00 Uhr - Kindheitspädagogik im Wandel zweier Gesellschaftsformationen

Ort: Haus 1 Raum 117

Referentin: Prof.‘in Claudia Nürnberg, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung (FB SBE)

Ein Markierer der Veränderung des Erzieherinnenberufes ist die radikale Veränderung aller gesellschaftlichen Bedingungen durch die Auflösung des Staates der DDR. In den Jahren 1989/1990 vollzog sich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein radikaler gesamtgesellschaftlicher Umbruchs- und Neugestaltungsprozess. In Folge der am 3. Oktober 1990 übernommenen Gesetze und Strukturen der Bundesrepublik Deutschland kam es dabei auch zu einem radikalen Institutionentransfer und institutionellen Wandel im Sozial- und Bildungswesen in Ostdeutschland. Bezogen auf die Kindergärten hieß das, dass sich durch die veränderten gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen sowohl ein Institutionentransfer – beispielsweise in Gestalt der Entstehung der Jugendämter – als auch ein institutioneller Wandel der jeweiligen Einrichtung – beispielsweise in Gestalt der Übernahme von Einrichtungen durch freie Träger – vollzog. Für die in der DDR ausgebildeten und dort ihren Beruf ausgeübt haben, d. h. für die Krippenerzieherinnen und Kindergärtnerinnen, entstanden Irritationen in verschiedener Hinsicht:

Die staatliche Anerkennung als Erzieherin in der Bundesrepublik Deutschland musste von Krippenerzieherinnen und Kindergärtnerinnen der ehemaligen DDR in einer Anpassungsqualifikation formal erworben werden. Das Menschenbild, das der Pädagogik der DDR zu Grunde lag, sowie die Ideologisierung und die Kontrolle der Einrichtungen zu DDR–Zeiten wurden in ihrer Auswirkung auf die grundlegenden Orientierungen der ehemaligen DDR-Krippenerzieherinnen und Kindergärtnerinnen allerdings kaum diskutiert. Diese Orientierungsauswirkungen führten in der neuen Gesellschaftsordnung natürlich bei vielen in der Elementarpädagogik Tätigen zu enormen Irritationen, die durch den Druck zum Orientierungswandel verstärkt wurden. Nach kurzer Zeit kamen dann noch existenzielle Bedrohungen durch Einrichtungsschließungen und Entlassungen – dies bedingt nicht nur durch finanzielle Engpässe, sondern auch durch den Rückgang der Geburtenzahlen – auf die Berufsgruppe zu.

Im Gegensatz zum Institutionentransfer ist eine Veränderung der beruflichen Identität der Erzieherinnen – zu der das Bild vom Kind und das Selbstbild einer Pädagogin gehören – nicht mittels administrativer Vorgaben herbeizuführen. Der Veränderungsprozess des beruflichen Selbstbildes der Erzieherinnen kann nur in die jeweiligen Berufs- und Lebensgeschichte sowie in deren Kontextbedingungen eingebettet vollzogen werden. Dieser Veränderungsprozess wird anhand von biografischen Erzählungen dargelegt werden. Im Anschluss können Fragen diskutiert werden.

18:00 – 21:00 Uhr KAMINGESPRÄCH Nachwende-Jugendhilfe

18:00 – 21:00 Uhr KAMINGESPRÄCH Nachwende-Jugendhilfe

und Eröffnung der Veranstaltungsreihe „30 Jahre Friedliche Revolution – Quo vadis Demokratie?“

Ort: Café International, Neutorstr. 7, 17033 Neubrandenburg

Referent*innen: Expert*innen der Kinder- und Jugendhilfe aus den Jahren der gesellschaftlichen Transformation 1989/90

Moderation: Prof. Dr. Werner Freigang, Dekan des FB SBE

Die Jugendhilfe der DDR wurde nach der Wende radikal in Frage gestellt: Heimerziehung und insbesondere Jugendwerkhöfe galten als Disziplinierungsinstrumente, die offene Jugendarbeit war zwar im Vergleich zu heute sehr gut ausgestattet, wurde aber stark politisch funktionalisiert. An dem Gespräch werden Akteure aus der damaligen Zeit zu Wort kommen, Fachleute aus der ehemaligen DDR, die vor dem Umbruch in diesem Bereich gearbeitet hatten und neue Funktionen übernahmen und Fachleute aus „dem Westen“, die den Veränderungsprozess als Außenstehende begleiten, sowie Fachkräfte, die in dieser Zeit ihre Berufslaufbahn starteten. Welche Spuren und auch Narben diese Prozesse bei den Akteur*innen hinterlassen haben, welche wechselseitigen Lernprozesse möglich wurden, aber welche Verlierer*innen und Gewinner*innen es gab, wie sich Besonderheiten der heutigen Jugendhilfe aus dieser Zeit erklären lassen, das soll Thema dieses Abends sein.

Dienstag, 12. November 2019

09:00 – 13:00 Uhr - Planspiel „Festung Europa“

09:00 – 13:00 Uhr - Planspiel „Festung Europa“

Ort: Haus 2 Raum 304

Veranstalter: Regionalzentrum für demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte (MSE)/Europa-Union MV

Simulation der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des Europäischen Parlamentes und der Europäischen Kommission mit ihren jeweiligen Positionen und Forderungen zur Migrationspolitik in der Europäischen Union (Workshop/Planspiel)

Hinweis: Zu diesem Planspiel werden Studierende zum Mitmachen aufgerufen. Lesen Sie unseren Aufruf.

10:00 – 12:00 Uhr - Devianzerfahrungen und demokratische Öffentlichkeit im ländlichen Raum

10:00 – 12:00 Uhr - Devianzerfahrungen und demokratische Öffentlichkeit im ländlichen Raum

Ausstellung: Projekt Lebensqualität und Erinnerung in dörflichen Gemeinschaften (LETHE)

Ort: Haus 1 Flur im Obergeschoss

Referent: MA Jens A. Forkel, FB GPM, Generationenübergreifende Integration und Solidarität (GENIUS)

Mit dem Vorhaben Lebensqualität und Erinnerung in dörflichen Gemeinschaften (LETHE) wurde ein innovatives Modell zum soziokulturellen und gesundheitlichen Empowerment älterer und alter Menschen in kleineren und kleinsten Gemeinden entwickelt und mit Partnern aus der Gesundheitsförderung, politischen Bildung und der Kulturwirtschaft erprobt. Im Mittelpunkt stand dabei die Verbindung von kulturellen, regionalpolitischen und Akteuren der Gesundheitsförderung im Moment der Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte.

In der alternden Struktur der Dörfer wurden damit Entwicklungsstrategien in der Gesundheitsförderung aufgezeigt, die über die unmittelbare Prävention riskanter Lebensweisen und Umweltbedingungen hinausgehen, da in ländlichen Gemeinschaften die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln auch in der Voraussetzung zum gemeinsamen Reden liegt, die eben in der Vergangenheit geschaffen oder verloren wurde. Die Initiierung von Engagement ist damit nicht nur in ‚Zukunftswerkstätten', sondern auch in 'Geschichtswerkstätten' zu suchen.

12:00 – 13:00 Uhr - Frauenpolitik und Gleichberechtigungsfragen in der DDR in der denkBar des Gleichstellungsbüros

12:00 – 13:00 Uhr - Frauenpolitik und Gleichberechtigungsfragen in der DDR in der denkBar des Gleichstellungsbüros

Ort: Haus 1 Raum 284

Referentin: Dr. Jenny Linek, Professorinnenprogramm II der Hochschule Neubrandenburg

In der DDR wurden die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeit bereits in der Verfassung von 1949 verankert. Hier stand die berufstätige Frau sinnbildhaft für die neue, gleichberechtigte Frau. Neben der Integration der Frauen in den Beruf setzte die Regierung auch auf deren Weiterbildung und Qualifizierung. Doch wie viele Frauen sind wirklich in Führungspositionen gelangt? Und wer blieb zu Haus und kümmerte sich um den Haushalt, „wenn Mutti früh zur Arbeit“ ging, wie es in dem bekannten Kinderlied hieß? 

Diese und weitere Fragen zur Idee und Umsetzung der Gleichberechtigung in der DDR möchten wir im Rahmen der denkBar anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution mit allen Hochschulangehörigen diskutieren.

Für einen kleinen Mittagssnack ist gesorgt!

 

13:00 – 14:00 Uhr - Ausstellungseröffnung "30 Jahre Kinderbücher und erzählte Geschichten in Deutschland"

13:00 – 14:00 Uhr - Ausstellungseröffnung "30 Jahre Kinderbücher und erzählte Geschichten in Deutschland"

Ort: Haus 1 Raum 416

Referentin: Dr. Matilde Heredia, Vertretungsprofessur für Sozialwissenschaften/Qualitative Sozialforschung, FB SBE

In diesem Projekt werden die Studierenden sich auf der Suche nach mündlich erzählten oder gedruckten Geschichten, Gedichten, Liedern und Reimen aus Kinderbüchern machen, die sie in den eigenen Familien und in ihrem persönlichen Umfeld kennengelernt haben. Das gesammelte Material wird in der Lehrveranstaltung besprochen, reflektiert und anschließend wird es in der Hochschule im Rahmen einer Ausstellung präsentiert und diskutiert.

Die friedliche Revolution der Bücher wird an den Kindern, die regelmäßig sich in der Hochschule aufhalten, durch die Gestaltung von „Lesekisten“, weitergegeben. Täglich besuchen Kinder aus der benachbarten Grundschule die Hochschule. Die Kinder halten sich vor Schulbeginn, während der Mittagszeit aber auch nach Schulschluss meistens im Foyer und in der Mensa oder Cafeteria der Hochschule auf. Das Ziel ist es hier, Kinderbücher für die Kinder, aber auch für die Erwachsene zugänglich zu machen.

Damit Bücher weitergegeben werden können, ist ein weiterer Aspekt dieses Projektes, eine Bücherbörse in der Hochschule zu gestalten. Dabei sollen ein Regal und eine gemütliche Leseecke geschaffen werden, wo die Menschen Bücher, die sie schon gelesen haben, hinbringen und neue mitnehmen können.

Die Ausstellung ist bis Anfang Januar 2020 zu besichtigen im Flur Haus 1, 2. OG (Lichtflur).

13:00 – 15:30 Uhr - Demokratie und Rassismus – Rassismen und Rassismuskritik in der DDR und der BRD

13:00 – 15:30 Uhr - Demokratie und Rassismus – Rassismen und Rassismuskritik in der DDR und der BRD

Ort: Theaterlabor der Hochschule Neubrandenburg

Referentin: Tahera Ameer, Amadeu Antonio Stiftung

Welche Unterschiede hinsichtlich der Ausprägungen von Rassismus können im BRD/DDR-Vergleich ausgemacht werden? Welche rassismuskritischen Ansätze gab es vor 1989 im geteilten Deutschland? Ausgehend von der Fragestellung, welche Relevanz Rassismuskritik im Anforderungsprofil angehender Fachkräfte sozialer und pädagogischer Berufe angesichts der allgegenwärtigen Phänomene institutionellen und individuellen Alltagsrassismus zeigt, werden die Herausforderungen diskutiert, die in professionellen Alltag in Schule und wohlfahrtsstaatlichen Institutionen entstehen, wenn Rassismus verhandelt wird.

15:00 – 17:00 Uhr - Jahrestreffen der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg und Theaterperformance (17:00 - 18:00 Uhr)

15:00 – 17:00 Uhr - Jahrestreffen der Partnerschaft für Demokratie Neubrandenburg und Theaterperformance (17:00 - 18:00 Uhr)

Ort: Haus 1, Hörsaal 3 und Ausstellung: Haus 1, im Foyer OG

Kerninhalte des Jahrestreffens sind eine Rückschau auf den ersten Förderzeitraum der Partnerschaft für Demokratie (PfD) Neubrandenburg im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und Informationen zur kommenden Förderperiode. Dem folgt ab 17:00 Uhr die Vorstellung der Ergebnisse des Projektes „Laden für un-erhörte Geschichten“ in Form einer Theaterperformance. Das Projekt wurde 2019 aus Mitteln für Öffentlichkeitsarbeit, Partizipation und Vernetzung der PfD Neubrandenburg gefördert. Mit einer Publikumsdiskussion über das Theaterprojekt endet die Veranstaltung (voraussichtlich gegen 18:00 Uhr).

16:00 – 18:00 Uhr ANTRITTSVORLESUNG "Flucht- und Bürgerbewegung von 1989 und die Prinzipien des zivilgesellschaftlichen Engagements"

16:00 – 18:00 Uhr ANTRITTSVORLESUNG "Flucht- und Bürgerbewegung von 1989 und die Prinzipien des zivilgesellschaftlichen Engagements"

Antrittsvorlesung

Ort: Hörsaal 1

Referent: Prof. Dr. Kai Brauer, FB SBE

Der Soziologe Kai Brauer hat seit dem 01.09.2019 die Professur für Gemeinwesenarbeit und Sozialraumorientierung an der Hochschule Neubrandenburg inne. Er ist in Rostock und Berlin aufgewachsen und hat die friedliche Revolution während seines Abiturs miterlebt. Den Ausgangspunkt seiner Antrittsvorlesung legt er auch deswegen in diese Zeit. Er möchte daraus einen Aufriss biographischer und gemeindespezifischer Ressourcen skizzieren, die für die wechselseitige Anerkennung regionaler Spezifika, professioneller Gemeinwesenarbeit und lokaler Sozialforschung sprechen.

18:00 – 21:00 Uhr Die DDR-Gesellschaft im DEFA-Film zwischen Idealisierung und Kritik - Vortrag und Film: "Die Architekten"

18:00 – 21:00 Uhr Die DDR-Gesellschaft im DEFA-Film zwischen Idealisierung und Kritik - Vortrag und Film: "Die Architekten"

Ort: Latücht Neubrandenburg, Große Krauthöferstraße 16

Referent: Holm-Henning Freier, Geschäftsführender Vorstand Latücht Film & Medien e.V. und Filmwissenschaftler

Vorführung des Spielfilms „Die Architekten“/DDR 1990/Regie Peter Kahane/Buch: Thomas Knauf

  • anschließend Publikumsgespräch zum Film, Moderation: Holm-Henning Freier

"Die Erfahrung der Geschichte als Ansammlung unzähliger Momente, Alltagsszenen und unvorhersehbaren Entwicklungen, die sich nicht immer entfalten, sondern irgendwo zwischen Vergangenem und Zukünftigem zu verstehen sind, bestimmte sowohl das Sujet als auch im ganz konkreten Sinn die Stoffentwicklung und die Dreharbeiten von Peter Kahane´s "Die Architekten", des nahezu elegisch die Stimmung innerhalb der DDR kurz vor dem Umbruch zu vermitteln vermag." (Angelika Ramlow)

 

Mittwoch, 13. November 2019

09:30 – 12:00 Uhr - Demokratie adé? – Präsentation aus dem Forschungsseminar der Fachbereiche (FB) Gesundheit, Pflege, Management (GPM) sowie Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung (SBE)

09:30 – 12:00 Uhr - Demokratie adé? – Präsentation aus dem Forschungsseminar der Fachbereiche (FB) Gesundheit, Pflege, Management (GPM) sowie Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung (SBE)

Ort: Haus 2 Raum 329

Referent*innen: BA Lisa Zinßer Demokratieverständnis im Strafvollzug; FB SBE, MA Sophie Dietel: Tanz als Protestform; FB SBE, Saskia Wölki und Maria Stoll: Demokratie in der Pflege - "Jede*r hat das Recht, so gepflegt zu werden, wie es die eigene Religion vorsieht?!"; FB GPM, Stefanie Seelig: Sollten Themen wie Demokratie und Gleichberechtigung aller mehr Gewichtung an Pflegeschulen haben? FB GPM

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops, FB GPM und Prof.‘in Dr. Júlia Wéber, FB SBE

Was macht der politische Wandel und das Erstarken extremistischer, rassistischer und menschenfeindlicher Gesinnungen mit Bildungsorten wie Schule, Kita, Tanzverein aus? Was passiert derzeit im Pflege- und Gesundheitssektor? Wie wirkt sich das aktuelle gesellschaftliche Klima auf Professionelle in sozialen und gesundheitsbezogenen Berufen aus? Wie auf Nutzerinnen institutioneller Internventionen, Patient*innen und Angehörige?

Studierende der Fachbereiche SBE und GPM haben sich 2018-2019 zwei Semester lang über Demokratie als Lebensform sowie Demokratiefeindlichkeit und institutionell reproduzierte Formen von Rassismus in Handlungsfeldern Sozialer Arbeit und Gesundheitsberufen ausgetauscht. Es sind anspruchsvolle Workshop-Angebote und Forschungsprojekte entstanden. Aus der Vielfalt der Seminarergebnisse wird eine Auswahl präsentiert.

10:00 – 16:00 Uhr - Koloniale Spurensuche in Neubrandenburg

10:00 – 16:00 Uhr - Koloniale Spurensuche in Neubrandenburg

Ort: Haus 1 Raum 329

Referentinnen: Dr. Constanze Jaiser und Bianka Bülow; zeitlupe | Stadt.Geschichte & Erinnerung / RAA Pädagogische Werkstatt Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Neubrandenburgs Verknüpfungen zur Kolonialzeit haben Neubrandenburger Schüler*innen aus der Oststadt 2017-18 unter der Anleitung von B. Bülow und C. Jaiser nachgespürt. Die Spurensuche führte die Schüler*innengruppe ins Regionalmuseum, wo eine Sammlung von Alltagsgegenständen, Schmuckstücken und Fotografien aus dem polynesischen Inselstaat Samoa aufbewahrt wird, aus dem Nachlass des Exil-Neubrandenburgers: Dr. Bernhard Funk (1844-1911). Der Arzt war im 19. Jahrhundert auf die einstige deutsche Kolonie im Pazifischen Ozean ausgewandert. Funk verkaufte dem damals noch jungen Museum 1894 Teile seiner Sammlung und schenkte ihm 1902 weitere Bestände. Die jungen Menschen setzten sich mithilfe des Mediums Film mit der kolonialen Geschichte ihrer Stadt auseinander und drehten vier Kurzfilme über das Projekt, die im Internet veröffentlichen wurden. Behandelt wurden neben der Biografie des Bernhard Funk historisch-politische Bildungsinhalte der NS-Zeit sowie Erscheinungsformen des Rassismus und Produkte aus einstigen Kolonialreichen in heutigen Zeiten. Somit wurden auch Fragen der Nachhaltigkeit und „Fair Trade“ behandelt. Im Rahmen des Workshops werden sowohl die Inhalte des Projekts nachvollzogen, als auch die didaktischen Möglichkeiten einer reflexiven Auseinandersetzung mit Postkolonialismus in MSE ausgelotet.

12:00 – 14:00 Uhr - 30 Jahre organisierte Zivilgesellschaft – „Migrant*innenorganisationen“ in M-V

12:00 – 14:00 Uhr - 30 Jahre organisierte Zivilgesellschaft – „Migrant*innenorganisationen“ in M-V

Ort: Haus 1 Raum 442

Referentinnen: Jana Michel, Vorstand Tutmonde e. V.; Tahera Ameer, Aktion Schutzschild/ Amadeu Antonio Stiftung

Im Workshop werden aktuelle Ziele und Herausforderungen der organisierten Zivilgesellschaft in MV vorgestellt und Fragen der interkulturellen Öffnung sowie der Förderung der Integration von neuzugewanderten Mitbürger*innen, Kooperationsprojekte mit der Hochschule Neubrandenburg und geplante Arbeitsschwerpunkte mit dem Publikum diskutiert.

18:30 Uhr - Zonenmädchen - Filmvorführung und Diskussion mit der Regisseurin

18:30 Uhr - Zonenmädchen - Filmvorführung und Diskussion mit der Regisseurin

Referentin: Filmemacherin Sabine Michel

Ort: Mensa der Hochschule Neubrandenburg

„Die Dokumentaristin Sabine Michel verarbeitet in ihrem Film ihre Erfahrungen zur Zeit des Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1989. Zugleich schildert sie, wie ihre vier Freundinnen Claudi, Vera, Claudia und Veruscha diese Zeit erlebten. Die fünf Frauen waren damals um die 18 Jahre alt und lebten in Dresden. Sie gehörten zum letzten Jahrgang, der das DDR-Abitur absolvierte – aber das Leben, auf das sie in der Schule vorbereitet worden waren, trat auf Grund der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche so nicht ein. Die Lehren des sozialistischen Schulsystems nützten ihnen auf einmal kaum mehr, sie waren gezwungen, sich völlig neu zu orientieren. Mehr als zwanzig Jahre später reisen sie gemeinsam nach Paris. Während der Zugfahrt sprechen sie über ihre einstigen Träume und Wünsche und erzählen, wie unterschiedlich ihr Leben sich entwickelt hat.“

(Quelle: www.filmportal.de/film/zonenmaedchen_ca11bce26d74484687862d1f77909876)

18:00 – 20:00 Uhr - Die Bestattung eines Herings – Das neue Buch von Volker Keßling

18:00 – 20:00 Uhr - Die Bestattung eines Herings – Das neue Buch von Volker Keßling

Ort: Haus 1 - R 118

Lesung, Moderation und Diskussion

Gast: Volker Keßling, Autor und Behindertenbeauftragter a. D. im Büro des Oberbürgermeisters der Stadt Neubrandenburg

Moderation: Prof. Dr. Hans-Joachim Goetze, FB GPM

 


Donnerstag, 14. November 2019

09:00 – 11:00 Uhr - Die unendliche Geschichte der ostdeutschen Identität

09:00 – 11:00 Uhr - Die unendliche Geschichte der ostdeutschen Identität

– Identität und Identifikation in der deutsch-deutschen Nachwendegeneration

Ort: Haus 1 Raum 219

Referent: M. A. Daniel Kubiak, Promovend der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften

Deutschland war 40 Jahre geografisch und politisch geteilt. Physisch ist die Teilung durch den Fall der Berliner Mauer schon 1989/1990 abgebaut worden. Der politische Umgestaltungsprozess ging ebenfalls relativ schnell von statten, auch durch den Institutionentransfer aus Westdeutschland. Symbolisch scheinen die Trennungslinien zwischen Ost und West noch heute sehr relevant zu sein. So erscheinen Ost und West heute als zwei Kulturräume. Aber auch Trennlinien zwischen Stadt und Land oder arm und reich bestimmen den Alltag vieler Menschen, vor allem auch in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie die symbolischen Grenzen auch in der Nachwendegeneration nachwirken und welche Ähnlichkeiten sich zu anderen symbolischen Grenzen finden lassen. Hierzu stellt M. A. Daniel Kubiak Ergebnisse seiner Forschung vor, die er teilweise in Berlin, Bremen und Rostock durchgeführt hat, aber auch in drei kleinen Dörfern an der mecklenburgisch-brandenburgischen Grenze. Dabei wird er nicht nur das Trennende herausstellen, sondern auf die Chancen der Anerkennung von Vielfalt hinweisen.

10:00 – 12:00 Uhr - Erinnerungen an die „Wende“ aus Familienperspektive – transgenerationale Bewältigung der „Wende“

10:00 – 12:00 Uhr - Erinnerungen an die „Wende“ aus Familienperspektive – transgenerationale Bewältigung der „Wende“

Ort: Haus 1, Raum 318

Referent*innen: Zeitzeug*innen aus zwei Generationen

Moderation: Prof.‘in Barbara Bräutigam und Prof. Dr. Matthias Müller, FB SBE

Einschneidende Ereignisse wirken oft bis ins Erwachsenenalter nach und können auch nächste Generationen beeinflussen. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer gehen wir der Frage nach, wie sich der Prozess des gesellschaftspolitischen Wandels in Deutschland auf Familien ausgewirkt hat. Haben Erlebnisse und Erfahrungen der Wendezeit auf die nachfolgenden Generationen Einfluss genommen und spiegeln sie sich vielleicht in den Lebenswegen und -vorstellungen der Familienmitglieder bis heute wider? Ist Ihr Interesse geweckt, diesen Fragen nachzugehen, sind Sie ganz herzlich eingeladen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Erzählen Sie uns, wie Sie die Wendezeit erlebt haben bzw. was sie davon mitbekommen haben. Bringen Sie bitte auch ihre Familienmitglieder mit, um den Blick auf die „Wende“ durch unterschiedliche Generationen anzuschauen. Im Rahmen von offenen biografischen Mehrgenerationen-Interviews wollen wir von der Fachstelle ALFA (Alles Familie – Familie ist alles) an der Hochschule Neubrandenburg Familienmitglieder die Möglichkeit bieten, in lockerer Atmosphäre zu reflektieren und zu verstehen, welche Spuren die Wende in (Groß -) Eltern -, Kinder- und Enkelkinder- Generation hinterlassen hat.       

11:00 – 14:00 Uhr - Kultursoziologie der Nachwendezeit

11:00 – 14:00 Uhr - Kultursoziologie der Nachwendezeit

Ort: Haus 2 Musikraum I (Eingang im Mensafoyer)

Referent: Prof. Dr. Matthias Tischer, FB SBE

War die „Wende“ für Produzent*innen, Rezipient*innen und Kulturverwalter*innen ein Bruch, ein Neuanfang oder wie lässt sich dieser Prozess beschreiben? Was bedeutete der politische und ökonomische Wandel für die Künste und wie reflektierten ihrerseits die Künste diesen Wandel? Wie waren die Akteur*innen des kulturellen Lebens an der „Wende“ beteiligt und wie verarbeiteten sie ihrerseits die Geschehnisse nach 1989?

12:00 – 14:30 Uhr - Gretchenfrage 2.0 – ein Hörspiel

12:00 – 14:30 Uhr - Gretchenfrage 2.0 – ein Hörspiel

Ort: Hochschule Neubrandenburg - Haus 1, Raum 442

Referent: Andy Krüger, Medienpädagoge, NB Radiotreff 88,0 Neubrandenburg

Der Einsatz neuer Medien nimmt einen immer höher werdenden Stellenwert in der Gestaltung von Themen ein.

Eine starke bildhafte Sprache steht dabei nicht im Widerspruch zum Lernen mit digitalen Medien.

Ob ein Musikstück, ein Hörspiel, ein Podcast oder ein kleiner Film – vieles ist möglich und oft einfacher als man denkt.

1982 erhielt der dem DDR-System gegenüber kritisch eingestellte Lehrer Jürgen Raßbach (Deutsch, Latein) an der damaligen EOS "Richard Wossidlo" Berufsverbot, wobei auch eine Rolle gespielt hatte, dass er im Deutschunterricht im Rahmen der Lektüre von Goethes „Faust“ (Gretchenfrage) von einer Schülerin gefragt worden war, ob er an Gott glaube. Als er bejahte (ihm war bewusst, was das damals bedeutete), verlor er seinen Beruf. Die Ereignisse von damals haben Schülerinnen der Sekundarstufe II mit ihrer Lehrerin Dr. Dorothea Rother aufgearbeitet, sie haben viele Interviews mit Zeitzeugen, damals Lehrer*innen und Schüler*innen, geführt. Daraus entstand ein Hörspiel, das dieProtagonist*innen von damals großenteils selbst einlesen. Die Produktion des Hörspiels geschieht in Zusammenarbeit mit der Leiterin der RAAbatz Medienwerkstatt RAAbatz (RAA MV), Anja Schmidt, und Andy Krüger (Medienpädagoge, Medientrecker der Medienanstalt MV) vom NB Radiotreff 88,0 Neubrandenburg

14:00 – 17:00 Uhr - 30 Jahre Vorpommern: Vom Neuen Forum und dem UFV zur AfD - trauriger Norden, negative Identität? Probleme und Perspektiven

14:00 – 17:00 Uhr - 30 Jahre Vorpommern: Vom Neuen Forum und dem UFV zur AfD - trauriger Norden, negative Identität? Probleme und Perspektiven

Ort: Haus 1 Hörsaal 1

Referent: Prof. em. Dr. Matthias Pfüller, Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern e.V.

In den 30 Jahren seit der friedlichen Revolution 1989/90 hat sich Vorpommern in erster Linie touristisch entwickeln können – mit wenigen, meist eher kleinen industriellen Kernen. Der Landesteil empfindet sich im Rahmen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern als benachteiligt und „abgehängt“. Dazu tragen eine Reihe von Faktoren bei, wie vor allem die Abwanderung nach Westen, an der sich viele Frauen beteiligten. Die Versuche der Landesregierung, die Entwicklung zu verbessern, blieben wenig erfolgreich - einschließlich Entsendung eines eigenen Staatsekretärs mit Sitz in Anklam. Es ist zu diskutieren, inwieweit Vorpommern als Gebiet einer „internen Peripherie“ in MV ein eigenes Profil entwickeln und eine Perspektive finden kann, die zusätzlich zum Tourismus bestehen und vor allem auch Frauen Möglichkeiten bieten kann. Erst dann könnten sich auch Chancen abzeichnen, den Erfolgen der AfD nachhaltig entgegenzutreten.

 

14:30 - 17:00 Uhr - Erzählcafé zu Lebenswegen um 1989 für Jung und Alt

14:30 - 17:00 Uhr - Erzählcafé zu Lebenswegen um 1989 für Jung und Alt

Intergenerationelles Erzählcafé in Kooperation mit Demokratie Bildung Regionalzentrum für demokratische Kultur Landkreis und Hansestadt Rostock

Ort: Haus 1, Raum 130

Gesprächspartner*innen für die Beteiligten:

Prof. von Gahlen-Hoops, MA Jens Forkel, FB GPM

Ev. Pastorin Katharina Seuffert, Seelsorgerin in Alten- und Pflegeeinrichtungen in NeubrandenburgPastorin NEUES LEBEN IM ALTER

Dr. Steffi Brüning, Evangelische Akademie der Nordkirche mit ihren Regionalzentren für demokratische Kultur

Claudia Kühhirt, Evangelische Akademie der Nordkirche mit ihren Regionalzentren für demokratische Kultur

Im Jubiläumsjahr der „Friedlichen Revolution“ laden wir Sie herzlich zu einem  Erzählcafé in die Hochschule Neubrandenburg ein. Wir laden Sie ein, über Ihre persönlichen Erfahrungen im Zuge der
„Friedlichen Revolution“ (Wende) und der deutschen Einheit, zu sprechen. Wie hat sich Ihr Leben verändert - im Privaten, im Beruf? Haben Sie diese Zeit direkt oder indirekt erleben können? Wie nehmen Sie Neubrandenburg damals und heute wahr in Bezug auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen und Wahrnehmungen rund um die „Friedliche Revolution“. Wir freuen uns, wenn Sie ein Foto mitbringen, dessen Motiv Sie ganz persönlich mit den frühen 90-er Jahren verbindet. Für Kaffee, Tee und Kuchen ist gesorgt. Die Teilnahme am Erzählcafé ist auf max. 25 Personen begrenzt.

Anmeldungen
an Katharina Seuffert:
katharina-seuffertt-onlinede
03 95 / 45 06 65 9

Wir freuen uns auf Sie!

Download Flyer und Info-Blatt (PDF-Datei)

 

 

Freitag, 15. November 2019

10:00 Uhr – Professionalisierungsschübe in der Pflegelandschaft - eine Retroperspektive ODER Wie der Westen Pflege neu denken gelernt hat

10:00 Uhr – Professionalisierungsschübe in der Pflegelandschaft - eine Retroperspektive ODER Wie der Westen Pflege neu denken gelernt hat

Ort: Hochschule, Haus 2, Hörsaal 5

Referent: Prof. Dr. Hans-Joachim Goetze, Dekan des FB GPM

 

10:00 – 18:00 Uhr - StreetArt-Workshop „Friedliche Revolution und Freiheit“

10:00 – 18:00 Uhr - StreetArt-Workshop „Friedliche Revolution und Freiheit“

Ort: Laborgebäude Haus 2, Großlabor Spannfeld (rechter Eingang am Haus 2)

Referentin*innen: Marie-Hélène Pawlik und N.N.

Teilnehmende sind eingeladen, unter Anleitung von Street Art Artist*innen zu den Themen friedliche Revolution und Freiheit Graffitis auf Leinwänden zu gestalten. Die entstandenen Kunstwerke werden ab Dezember 2019 im Haus 1 der Hochschule Neubrandenburg ausgestellt.

Wegen der maximalen Zahl von 20 teilnehmenden Personen wird um eine Anmeldung per E-Mail: se16149@hs-nb.de gebeten.

10:00 – 12:00 Uhr - Doping und Missbrauch im DDR-Sportbetrieb – Wo steht die Aufarbeitung 30 Jahre danach?

10:00 – 12:00 Uhr - Doping und Missbrauch im DDR-Sportbetrieb – Wo steht die Aufarbeitung 30 Jahre danach?

Traumatisierung und ihre Spätfolgen: Rückblick von vier Turnerinnen aus dem DDR-Spitzensport

Ort: Haus 1, Raum 120

Referent: NDR-Journalist André Keil

Moderation: Silke Gajek, 3. Vizepräsidentin des 6. Landtages Mecklenburg-Vorpommern

Auch 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution 1989 ist der Erfolg und der Umgang mit den Folgen des DDR-Spitzensports hoch aktuell und politisch brisant. Der DDR-Leistungssport war Aushängeschild im Kampf um die internationale Anerkennung und zum Sieg des Sozialismus. Dahinter steckte ein effizientes, perfides und aufeinander abgestimmtes Netzwerk aus Politik, Sportfunktionär*innen, Staatssicherheit und Wissenschaft. Der ab 1974 eingeführte „Staatsplan 14.25“ organisierte beispielsweise das flächendeckende Zwangsdoping bei ca. 15.000 Kaderathlet* innen (vgl. Geipel 2017 o. S.).

Tägliches, intensives Training, psychische und physische Grenzüberschreitung durch Schutzbefohlene wie Trainer*innen, Verzicht, Einsamkeit, Doping und Gewalt auf der einen Seite, auf der anderen sportlicher Erfolg, Anerkennung und Förderungen – das sind die Erfahrungen vieler DDR-Spitzensportler*innen. Das hinterlässt Spuren, die bis heute wirken.

André Keil und Benjamin Unger begleiteten vier Frauen über ein Jahr mit ihrer Kamera. 2018 wurde der einstündige Dokumentarfilm „Kraftakt“ in Schwerin uraufgeführt, der die Wunden und Verletzungen aufzeigt, das Schweigen und die Scham, aber auch die Wut über eine für sie verlorene Kindheit. „Das Schlimmste ist, dass ich damals wie heute kein selbstbestimmtes Leben habe“, so Dörte Thümmler, eine der porträtierten Turnerinnen.

In der Lehrveranstaltung wird der Film gezeigt. Anschließend soll mit dem Filmautor, André Keil, über die Folgen des erlebten Unrechts und die bis heute wirkenden Traumatisierungen diskutiert werden. Die Moderation übernimmt Dipl. Sozialökonomin Silke Gajek, MA Social Work-Studentin der Hochschule Neubrandenburg.

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem NDR.

Literatur
Geipel, Ines (2017): Staatsplan „Sieg“. Die Stasi im Leistungssport. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Dossier zum Thema „Stasi“ (online veröff.). URL: www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/stasi/219625/sport; 18.08.2019.

16:00 – 18:00 Uhr - Waldleben, Lütten-Klein – und Neubrandenburg? Friedliche Revolution und der Zerfall von Ordnungen

16:00 – 18:00 Uhr - Waldleben, Lütten-Klein – und Neubrandenburg? Friedliche Revolution und der Zerfall von Ordnungen

Ort: Stadtarchiv Neubrandenburg 

Referent: Prof. Dr. Steffen Mau, Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Sighard Neckel, Universität Hamburg

Moderation: Prof. Dr. Kai Brauer, FB SBE

Ostdeutsche Gemeinden waren für die westdeutsche Wahrnehmung mehr oder weniger uninteressant. Auch nach der friedlichen Revolution blieb der Alltag dort weitgehend unbekannt, obwohl sich hier eine durchaus folgenreiche Situation herausbildete, die eine genauere Betrachtung erfordert hätte. Der 1989 eingeleitete radikale Systemumbruch hat nämlich zu dem eigenartigen Resultat geführt, am gleichen Ort quasi in eine andere „Heimat“ versetzt zu werden. Die Figuration von Akteuren in solchen Lebenswelten, ihren Biographien, Macht und Ohnmacht sind einzigartig, chancenreich, aber auch brisant. Im Rahmen der Methodenwerkstatt „Gemeindestudien/Ethnographie/Stadtsoziologie: Lebensumstände, Bedarfe und Strukturen in lokalen Kontexten erkennen“ diskutieren wir anlässlich der Projektwoche Studien zu ostdeutschen Gemeinden, die am Wendepunkt der zur friedlichen Revolution 1989 ansetzen. Es geht in der Methodenwerkstatt neben der Exploration der sozialen Gestaltung unmittelbarer Lebenswelt auch um Erinnerungen von Autoren und Zeitzeugen aus der Revolutionszeit: Was wurde jenseits der „Hotspots“ Berlin, Dresden, Leipzig erhofft, gewünscht, im lokalen Umfeld erträumt und erkämpft?

Eintritt ist frei. Wegen begrenzter Raumkapazität wird jedoch um kurze Anmeldung per email gebeten unter: se18123hs-nbde

 

Sighard Neckel: Waldleben. Eine ostdeutsche Stadt im Wandel seit 1989. Campus Verlag, Frankfurt am Main und New York 1999

Steffen Mau: Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2019

Mehrtägiges Seminar

11. - 12. November - Die Rolle der Frauen in der Friedlichen Revolution

11. - 12. November - Die Rolle der Frauen in der Friedlichen Revolution

Workshop

Zeit: 11. November von 10:00 – 18:00 Uhr und 12. November von 09:00 – 17:00 Uhr

Ort: Haus 1 Raum 234 (Mo) und Haus 1 Raum 416 (Die)

Referentin: Dr. Marina Grasse, Owen e.V.

Welche Rolle spielten Frauen als Akteurinnen in den gesellschaftlichen Umbrüchen 1989/1990 in der DDR? Welche Vorstellungen von gesellschaftlicher Veränderung standen für sie im Zentrum?

Welche Emanzipationsvorstellungen und-bestrebungen von Frauen in der DDR waren für die Art ihres Engagements in der Umbruchzeit 1989/90 von Bedeutung?
Welche biografischen Ressourcen und Erfahrungen aus der Zeit vor 1989/90 lassen sich mit dem Engagement von Frauen während der „Friedlichen Revolution“ in Verbindung bringen?

Anhand von ausgewählten biografischen Verläufen und Erzählungen geht es im zweitägigen Workshop darum, die Zeit vor 1989 bis zum Ende der DDR und die Rolle von Frauen als gesellschaftspolitische Akteurinnen nachvollziehbar zu machen.

Grundlage für die Gestaltung des Workshops bilden ausgewählte narrative biografische Interviews mit DDR-Frauen, die von der Frauenorganisation OWEN e. V. im Rahmen des Forschungsprojekts „Frauengedächtnis“ zwischen 1998 – 2003 durchgeführt, mit Biogrammen und Kontextmaterialien ergänzt und analysiert wurden.

Weitere Veranstaltungen

19. November 2019 von 14:00 bis 16:00 Uhr - Internationale Diskussion zum Thema „The generation change 30 years later“

19. November 2019 von 14:00 bis 16:00 Uhr - Internationale Diskussion zum Thema „The generation change 30 years later“

Ort: Hochschule Neubrandenburg, Hörsaal 1

Moderation: Prof.‘in Dr.‘in Vera Sparschuh, FB SBE

Referentinnen: Dr.‘in Éva Kovács, Ungarische Akademie der Wissenschaften,  Budapest, Ungarn und Dr.‘in Susan Hollinrake, Associate Professor (Social Work), University of Suffolk, UK

Since the 1950s the generational concept has become very common in the social sciences. The Change 1989 even enhanced the generational issue: Which generation was involved in the change and how? Are the narratives of people belonging to one generation but divided by political systems still related to each other?

This round table brings 30 years after the European Changes Dr. Éva Kovács (Hungarian Academy of Sciences, Budapest) and Dr. Sue Hollinrake (University of Sussex, GB) as round table guests to Neubrandenburg University. In discussion with Prof. Vera Sparschuh, students and interested citizens of the town should be reviewed if and how the  generational concept can still add to the understanding of social change in Europe: What exactly is and how change “works” from one generation to the other in respect to values, life style, routines etc.? Who was the generation change? What about the generation born around 1989? Do they took over the democratic legacy? What can we expect from generation Z?

26. November 2019 ab 16:30 Uhr - Vernissage „Aufbruch im Norden“

26. November 2019 ab 16:30 Uhr - Vernissage „Aufbruch im Norden“

Ort: Haus 1 Foyer OG

Referent: Burkhard Bley, Stellvertretender Landesbeauftragter für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED Diktatur

 

Die Wanderausstellung „Aufbruch im Norden. Die friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern 1989/90“ der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern dokumentiert exemplarisch Ursprünge, Verlauf, Akteure und Ergebnisse der Friedlichen Revolution 1989/90. Dabei wird einerseits der Blick auf die Ereignisse insgesamt gerichtet, bspw. die Proteste anlässlich der gefälschten Volkskammerwahl vom 7. Mai 1989, und die anschließende Formierung der Opposition innerhalb der DDR nachgezeichnet. Parallel dazu richtet sich der Fokus auf die ehemaligen drei Nordbezirken Rostock, Schwerin und Neubrandenburg während dieser Zeit: Akteur*innen, Proteste und Umbrüche werden veranschaulicht, die zum friedlichen Sturz des SED-Regimes geführt haben.

(Quelle: LZpB MV, Link: www.lpb-mv.de/projekte/wanderausstellungen/aufbruch-im-norden/)

Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei.


gefördert und unterstützt durch:

Bundesstiftung Aufarbeitung, Uwe Gerig, Bild 5093

Informationen und Kontakt

Chefredaktion

Christine Manthe, Leiterin des Referates Marketing und Kommunikation
Tel. : + 49 395 56 93 1010, presse@hs-nb.de

 

Koordinatorin für die Veranstaltungsreihe

Prof.´in Dr. Júlia Wéber, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung
Professur für Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik
Tel.: +49 0395 5693-5512, jweberhs-nbde