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Von Online bis Hybrid: HiRegion im Jahr 2021

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HiRegion-Projektleiter Prof. Dr. Peter Dehne eröffnet den KunstGenuss an der HSNB.
Skizziert diverse Vaterrollen: Die Ausstellung „Väter heute – neue Väter?“
Im Gespräch mit den Zeitzeug*innen: Lesung des Reallabors Landschaft zum Buch „Zwischen Lieps und Havelquelle“ im Kulturquartier Neustrelitz.
In kleinen Gruppen haben Bengta Leopold (3.v.r.) und Annegret Fechtner (2.v.r.) vom Reallabor Leben im Alter den Seniorinnen und Senioren die Tablets überreicht und die ersten Schritte erklärt.
Engagierte Arbeitsgruppen bildeten sich beim Workshop „Hochschule + Stadt = Hochschulstadt“ im September 2021.
Ein Beispiel für gute Zusammenarbeit: Das Stadtteilnetzwerk und Das HiRegion Reallabor Quartier stellen die Plattform „UnserNB“ als Beispiel für digitale Bürgerbeteiligung vor.
Hybrid-Veranstaltung: Zusammenleben in Stadt und Land. Impulse für das Bürgerparlament. Impuls der Bürgermeisterin Isolde Deutschmann.

Online, analog oder hybrid also, das war die Wahl, die wir hatten und eine Frage, die das Managementteam von HiRegion – Hochschule in der Region – nahezu täglich beschäftigte. Bei der Planung unserer Treffen im Rahmen der AG-Transfer etwa, der Teamabsprachen, der Treffen des Beirats und der großen Meilensteine des Jahres, wie die dritte Regionalkonferenz, die wir in diesem Jahr auf keinen Fall wieder absagen wollten. Ebenso wenig sollte die Region noch einmal auf geplante Ausstellungen oder den KunstGenuss-Tag verzichten, der schließlich einst für 2020 geplant war. Wir wollten wieder live für unsere Partner*innen in der Region da sein, denn deren Feedback ist eindeutig: „Für mich ist unsere Hochschule Neubrandenburg einer der wichtigsten Standortvorteile für unseren ländlich geprägten Landkreis. Es ist nicht allein die Vielzahl der gemeinsamen Projekte, von denen wir profitieren. Die Hochschule ist vor allem ein Garant für die Zukunft unserer Region: junge Menschen, die hier gern studieren und leben.“ (Heiko Kärger, Landrat LK MSE)

Dennoch fand das erste Quartal für die meisten unserer Teilvorhaben überwiegend Online statt: Die „One-Stop-Agency“ (OSA) setzte die interne Hochschulreihe „TiP-Transfer in Progress“ fort und gab in digitaler Form den Rahmen für einen gegenseitigen Einblick in die Arbeit der HSNB-Drittmittelprojekte mit gesellschaftlichem Impact. Eine Serie, die im kommenden Jahr in neuem Format, geöffnet nach außen, fortgesetzt werden soll. Wirkungsvoll ist außerdem der neue „Engagementfinder“ eine Service-Website der HSNB, auf der ehrenamtlich Interessierte und Engagierte zusammen finden. Sie startete zu den – erstmals digitalen – Engagement-Fachtagen MV, die wir als Partner der Stiftung Bürgermut und der Ehrenamtsstiftung MV im Mai dieses Jahres begleitet haben und wird seither lebhaft besucht.

Im weiteren Jahresverlauf wagten wir uns an gemischte Formate, wie unsere Regionalkonferenz, bei der wir unter dem Motto „Leben.Gemeinsam.Gestalten!“ eine Bandbreite an Themen der Region aufgriffen und für in Summe etwa 200 Interessierte in neun einzelnen Veranstaltungen diskutierten, vortrugen oder erlebbar machten – online, in Präsenz und hybrid. Höhepunkt und Abschluss der Regionalkonferenz-Reihe war der KunstGenuss-Tag an der Hochschule. Sich der Frage „Was (er-)nährt uns?“ widmend, verschafften sich rund 300 Besuchende an zahlreichen Ständen und kleinen Ausstellungen einen Überblick über das Spektrum regionaler Kunst und Lebensmittel.Das Teilvorhaben Dialog Hochschule – Gesellschaft: Kunst hat diesen bunten und klangvollen Tag gemeinsam mit dem Reallabor Kleinproduzenten gestaltet; Künstler*innen und Lebensmittelerzeugende haben eindrücklich gezeigt, dass sie die Hochschule gern als Plattform des Austausches und der gemeinsamen Innovation nutzen. Maureen Grimm vom Teilvorhaben Kunst resümiert das HiRegion-Jahr für ihr Teilvorhaben wie folgt:

„Meine schönsten HiR-2021 Erlebnisse waren die beiden KunstPausen nach einem langen halben Jahr ohne Ausstellung: Obwohl es keine gemeinsame Veranstaltung geben konnte, schmückten die Malereien der KünstlerInnen Constanze Wiechert und Simone Miller, das HKB-Büro. Die Perle war jedoch der KunstGenussTag. Im wahrsten Sinn des Wortes Perle war es von der Idee bis zur Umsetzung ein langer und wellenreicher Weg“. Das Resultat und die Resonanz sprachen für sich, sodass die Wiederholung eines solchen Tages für 2022 fest eingeplant ist. Dem Reallabor Kleinproduzenten gelang es in 2021 außerdem auf die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen dynamisch zu reagieren und geplante Studien erfolgreich umzusetzen. So stellte sich beispielsweise heraus, dass auch Selbstversorger lebendige aber lokal sehr begrenzte Austauschformate suchen. Auch hierfür könnte die Hochschule ein Transferknoten sein und so die Versorgungsvielfalt und -resilienz der Region unterstützen.

Mit der Ausstellung "Väter heute - neue Väter?"- gelang dem Teilvorhaben Kunst weiterhin gemeinsam mit dem Reallabor Familienbildung eine gute Kooperation mit dem Caspar-David-Friedrich-Institut der Uni Greifswald, der Medien- und Informatikschule und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Greifswald. Die Eröffnung der Ausstellung an der HS NB mit regen Diskussionen um Bild und Realität vom „Vater sein“ mit etwa 40 Interessierten war auch für das Reallabor Familienbildung ein Highlight des Jahres. Ansonsten lag der Schwerpunkt in diesem Reallabor im digitalen Bereich: Neben verschiedenen Projekten, in denen die Mitarbeitenden mit Studierenden unter anderem regionenbezogene Bedarfe für onlinebasierte Familienfördermöglichkeiten erfassten oder Angebote im digitalen Format testeten, konnte die Website https://www.familieninfo-mv.de/lk-rostock/online gehen.

Die Digitalisierung beschleunigte sich pandemiebedingt in der Ernährungsbranche mit großen Schritten, berichtet das Lernnetzwerk Ernährung. Darüber, wie virtuelle Realitäten in KMU als digitale Werkzeuge die Lebensmittelerzeugung erleichtern, informierten und diskutierten Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft auf der Online-Konferenz im August. Auf dem Norddeutschen Ernährungsgipfel in Warnemünde kam außerdem die Branche zusammen und setzte neue Impulse in die Region.

Höhepunkt der Arbeit der Transferstelle Daseinsvorsorge war in diesem Jahr der Start des Online-Wissensportals, dessen Fokus auf Daseinsvorsorge in ländlich strukturierten Regionen liegt. Das Portal umfasst Leitfäden, weiterführende Literatur sowie Links, beispielsweise zu einschlägigen Projektkatalogen mit guten Beispielen und wird fortlaufend aktualisiert. Gemeinsam mit den Reallaboren „Leben im Alter“ und „Mobilität“ lud die Transferstelle im September im Präsenzformat zur Fachtagung „Gesundheit, Pflege, Mobilität: integrierte kommunale Daseinsvorsorge sichert Lebensqualität auf dem Land“ein. Weiterhin erwähnenswert ist der Besuch einer Delegation der Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen ihrer bundesweiten InfrastrukTour, der eine lebhafte Podiumsdiskussion zwischen Politik und Gesellschaft an der HS NB ermöglichte.

Das Lernnetzwerk Bildung verzeichnete in 2021 den erfolgreichen Auftakt einer grenzüberschreitenden Kooperation der Berufsschulen in Greifwald und Trzebiez (Polen). Im November besuchten sich Gruppen von Schüler*innen aus beiden Ländern für mehrere Tage, um sich kennen zu lernen und gemeinsame Projekte zu bearbeiten. Vorbereitet wurden die Treffen in zwei Seminaren zur "Effektiven interkulturellen Kommunikation" sowie zu "Virtuellem Teammanagement" für Lehrende der Schulen sowie Mitarbeitende der Landkreise als Träger der Schulen.

Ein wichtiges Ergebnis der Projektarbeit im Reallabor Landschaft war die Veröffentlichung des Buches „Zwischen Lieps und Havelquelle". Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten aus der Mecklenburgischen Seenplatte“. Die Publikation fand und findet nach wie vor reges Interesse. Neben diversen Presseberichten fand im Kulturquartier in Neustrelitz im August 2021 eine sehr gut besuchte Lesung mit drei Zeitzeug*innen statt. Im Kulturquartier sahen Interessierte außerdem die Ausstellung "Grenz-Wertig". Zudem hat das Reallabor die Struktur für das Internetportal „Landschaft hat Geschichte” überabeitet und online gebracht, mit Hintergründen zum Forschungsvorhaben und dem Ziel der Verstetigung der Projektergebnisse. Zwei studentische Projekte führten in die Projektregion: "Land Art - Der Kunstring am Müritz-Nationalpark" und "Historische Kulturlandschaftselemente im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Denkmalschutz – das Beispiel Langhagen". Beide Projekte wurden bzw. werden in Kooperation mit dem Partner Müritz-Nationalpark durchgeführt.

Die Mitarbeiterinnen des Reallabors Leben im Alter haben im vergangenen Jahr 18 Seniorinnen und Senioren im Landkreis MSE, die sich für die Testung eines Tabl ets mit seniorengerechter Software interessieren zu Hause besucht. Neun Monate lang können die Teilnehmenden digitale Wege der Kommunikation mit Familie, Pflege, Ärzt*innen und vieles mehr kennen lernen. In ersten Gesprächen wurden Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen für das Projekt erfragt. In der zweiten Jahreshälfte haben die Senior*innen die Tablets erhalten und wurden in kleinen Gruppen an die Nutzung herangeführt. Das besondere Highlight in diesem Jahr stellte die erste gemeinsame Videokonferenz mit allen Teilnehmenden dar, als Start in nunmehr wöchentlichen Videokonferenzen, bei denen die Teilnehmenden immer mehr Funktionen und Möglichkeiten kennen lernen.

Mit dem Ziel die Soziale Arbeit in der Stadt Neubrandenburg abseits von Hochglanz und Stereotypen abzubilden, hat das Reallaor Quartier in Kooperation mit dem Reallabor Familienbildung ein Fotoprojekt umgesetzt. Das Ergebnis sind Bilder aus dem Alltag der Sozialen Arbeit in den unterschiedlichen Quartieren, die im nächsten Jahr ausgestellt werden sollen. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Stadtteilarbeit hat das Reallabor zudem das Forum „Unser NB“ zum Thema (ungebundenes) Ehrenamt für die Begegnung von Trägern, Vereinen und Bürger*innen veranstaltet.

Ebenfalls um digitale Bürgerbeteiligung – allerdings in den Dörfern – ging es im Reallabor Gemeindearbeit und Digitalisierung (GENIUS). An interaktiven Terminals wurde ein Bürgerportal gestartet. Dazu wurden drei Aspekte des alltäglichen Lebens in den Dörfern als Thesendiskussionen adressiert: Kultur und Zusammenhalt, Gesundheit und Pflege und Versorgung und Arbeit. In den Modellgemeinden wurde das Bürgerportal zugänglich gemacht und in wöchentlichen Bürgersprechstunden in den Gemeindezentren begleitet.  Zahlreiche Einblicke in die dörflichen Lebenswelten ermöglichen gemeinsam mit den Kooperationspartnern die weitere Evaluation von Bedarfsstrukturen im ländlichen Raum zur Entwicklung von digitalen Instrumenten der Information, Beratung und Mitbestimmung. Im Rahmen der Regionalkonferenz 2021 wurde ein Bürgerparlament zu grundsätzlichen Steuerungsfragen der demokratischen Entwicklung des dörflichen Lebens diskutiert und für die kommunale Praxis aufgearbeitet.

Der Dialog Hochschule – Gesellschaft: Migration, bietet – seit Sommer 2021 mit neuer Personalstruktur – psychosoziale- und Bildungsberatung für geflüchtete Menschen an. Das Teilvorhaben beschäftigte sich weiterhin mit der Impf-Aufklärung von geflüchteten Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Dies machte im Nebeneffekt das Reallabor bekannter und neue Klient*innen ebenso wie Netzwerkpartner*innen auf das Projekt aufmerksam. Erfreulich und wertvoll ist außerdem die Zusammenarbeit mit einem Psychiater, der regelmäßig ehrenamtlich vor Ort ist. Durch die wieder steigenden Inzidenzzahlen in den Herbst- und Wintermonaten, findet die Beratung wieder virtuell statt. Für den kommenden Jahresbeginn ist die Herausgabe einer Infobroschüre für geflüchtete Frauen in Neubrandenburg geplant, die eine Art Wegweiser für das Leben in dieser Stadt sein wird.

Als Meilenstein zukünftiger Zusammenarbeit kann der Workshop „Hochschule + Stadt = Hochschulstadt?“ mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung und unserer Hochschule genannt werden. Sechs gemeinsame Arbeitsgruppen sind daraus entstanden und haben teilweise unmittelbar ihre Arbeit aufgenommen („Gemeinsames Marketing“, „Lebendige Studierendenstadt“, „Digitalisierung“, „Beteiligung“, „Frei- und Grünflächengestaltung“ und „Hochschule und Wirtschaft“). Die Themen einer direkteren und verbindlichen Zusammenarbeit sind fast unerschöpflich, projektbezogene bidirektionale Kontakte haben sich unmittelbar ergeben, di e Arbeitsgruppen haben schon erste Ergebnisse zu verzeichnen. Nach diesem sehr erfolgreichen Start haben sich die Teilnehmenden in vier AGs auf ein zukünftig quartalsweises Treffen der Arbeitsgruppen verständigt.

Unsere Selbstverpflichtung als regional engagierte Hochschule haben wir auch in 2021 ernst genommen und weitergeführt – mit angepasster Dynamik, teilweise neuen Formaten und neuer Technik. Wir haben auf manches verzichten müssen, anderes neu kennen gelernt. Es gibt noch etliche weitere Aktivitäten, die unsere Professor*innen und Professoren mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeitenden im Sinne der Dritten Mission unserer Hochschule umsetzen. Ein Lob für unsere Anstrengungen im ländlichen Raum erhielten wir von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die unsere Hochschule bei der Preisvergabe von „Hochschule mittendrin“ als „HSNB mittendrin im Dorf“ für ihr gesellschaftliches Engagement hervorhob. Vor diesem Hintergrund hat sich die HSNB auch ein weiteres Mal als „Innovative Hochschule“ beworben. Wir hoffen, dass wir mit unserem Antrag erneut überzeugen, um mit HiRegion 2.0 das Engagement auch nach Ende 2022 weiter voran zu treiben und unsere Transferstrukturen zu festigen.

Für das kommende Jahr wünschen wir Ihnen und uns, dass wir uns die Frage ob analog, digital oder hybrid bald nicht mehr so häufig stellen müssen. Wir hoffen, dass wir irgendwann wieder unbeschwert mit unseren Partner*innen, Studierenden und Mitarbeitenden auf dem Campus sprechen, tagen, Ideen schmieden und gern auch gemeinsame Erfolge feiern können.

Haben Sie einen ruhigen und gesunden Ausklang für dieses Jahr und wunderbare Feiertage!

Ihr HiRegion-Managementteam


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