Künstliche Intelligenz in Lehre und Studium

KI steht für künstliche Intelligenz (englisch: Artificial Intelligence, kurz AI). Wie der Name erahnen lässt, beschreibt KI den Versuch, Maschinen, Systeme und Computerprogramme so zu gestalten, dass sie Aufgaben lösen können, die normalerweise menschliche kognitive Fähigkeiten erfordern. Dazu gehören unter anderem das Denken, Verstehen, Lernen sowie das Treffen von Entscheidungen.
Um die aktuelle Entwicklung, insbesondere im Bereich der Lehre, zu verstehen, sind folgende Unterscheidungen hilfreich:
- Schwache KI-Systeme sind Spezialisten für einzelne Aufgabe (z.B. Spracherkennung, Übersetzungstool).
- Starke KI-Systeme erfüllen verschiedene Aufgaben und können dazulernen; sie wären in der Lage, verschiedene Aufgaben eigenständig zu bewältigen, Probleme kreativ zu lösen und menschliche Sprache in all ihren Nuancen zu verstehen. Derzeit befindet sich starke KI noch in der Entwicklung bzw. Forschung.
- Maschinelles Lernen verwendet Algorithmen, um Zusammenhänge in Daten zu erkennen, so dass Computer aus diesen Daten lernen und Vorhersagen oder Entscheidungen treffen können.
- Neuronale Netze bilden das Fundament moderner KI. Sie sind an die Funktionsweise des menschlichen Gehirns angelehnt, indem künstliche Neuronen miteinander verbunden werden, um Informationen zu verarbeiten. So kann das neuronale Netz komplexe Muster in Daten erkennen.
Generative KI in der Lehre:
Seit Ende 2022 haben generative KI-Anwendungen - wie etwa ChatGPT und ähnliche textbasierte Systeme - die Bildungslandschaft grundlegend verändert. In kürzester Zeit haben sich diese Werkzeuge weltweit verbreitet und lösen insbesondere an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen intensive Diskussionen über die Zukunft des Lehrens, Lernens und Arbeitens aus.
Doch was genau verbirgt sich hinter der „generativen KI“ und welche Bedeutung hat sie für unseren Hochschulalltag?
Auf dieser Seite haben wir Informationen und weiterführende Hinweise zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, sich in der rasanten Entwicklung zu orientieren. Unser Ziel ist es, Sie dabei zu unterstützen, erste Ideen für eine reflektierte und produktive Nutzung dieser Anwendungen im Lehr-Lernkontext zu entwickeln.
Was ist generative KI?
Generative KI bezeichnet Systeme, die in der Lage sind, neue Inhalte (Texte, Bilder, Programmiercode etc.) eigenständig zu generieren, anstatt bestehende Daten nur zu analysieren. Hier die wichtigsten Merkmale:
- Sprachmodell (statt Wissensmodell): Es handelt sich um große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs). Das bedeutet: Die KI “weiß” nichts im menschlichen Sinne, sondern berechnet auf Basis statistischer Muster, welches Wort mit welcher Wahrscheinlichkeit auf das vorherige folgt. KI ist ein Experte der Sprache, aber kein verlässliches Lexikon.
- Trainingsgrundlage: Diese Systeme wurden mit gewaltigen Datenmengen aus dem Internet trainiert (z. B. Wikipedia, Bücher, Webseiten). Durch diesen Prozess erkennt die KI komplexe sprachliche Strukturen und Zusammenhänge.
- Vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Generative KI kann unter anderem Fragen beantworten, Texte zusammenfassen, Entwürfe verfassen, Programmiercodes schreiben, Sprachen übersetzen oder komplexe Inhalte zielgruppengerecht vereinfachen (z. B. “Erkläre dieses Konzept für Studierende im ersten Semester”).
- Chancen und Potenziale: Für Lehre, Studium und Arbeitsorganisation bietet die KI enorme Chancen und neue kreative Ansätze. Sie kann als “Sparringspartner” für die Kursplanung oder als Unterstützung bei der Materialerstellung dienen.
- Kritische Aspekte und Grenzen:
- Halluzinationen: Die KI kann Fakten, Zitate oder Quellen plausibel erfinden, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.
- Aktualität: Da die Modelle auf einem festen Datensatz trainiert wurden, verfügen sie oft nicht über Echtzeit-Informationen (je nach Version).
- Transparenz & Bias: Die Quellen der Antworten bleiben oft intransparent. Zudem können politische, soziale oder sprachliche Vorurteile (Bias) aus den Trainingsdaten in die Antworten einfließen.
- Rechtliche Fragen: Themen wie Datenschutz, Urheberrecht und die akademische Integrität (Prüfungsleistungen) sind derzeit Gegenstand intensiver Debatten und rechtlicher Klärungen.
- Dynamische Entwicklung: Die Technologie entwickelt sich kontinuierlich und rasant weiter. Neue Funktionen und Modelle kommen fast wöchentlich hinzu, was eine dauerhafte Auseinandersetzung und Reflexion notwendig macht.
Generative KI ist ein mächtiges Werkzeug, sollte jedoch stets reflektiert eingesetzt und die Ergebnisse unbedingt auf ihre Richtigkeit überprüft werden.
Empfehlungen für den Einsatz von KI-Anwendungen in Lehre und Studium
Die Empfehlungen geben Lehrenden und Studierenden eine erste Orientierung im Umgang mit KI-Anwendungen im Lehr-Lernkontext. Sie wurden in Abstimmung mit Hochschulleitung, Hochschuldidaktik und Justiziariat der Hochschule Neubrandenburg erstellt und im April 2024 im Senat vorgestellt.
Die Empfehlungen können von Hochschulangehörigen hier im Portal eingesehen werden.
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Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine Auswahl an weiterführenden Informationen und Praxisberichten zu generativer KI insbesondere im Hochschulkontext.
Die DGHD (Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik) bietet eine Informationsreihe mit Expert*innen zum Thema KI in der Hochschullehre an. Die Aufzeichnungen der Vorträge stehen auch zum nachhören bereit.
Im Dossier "Generative KI" des HochschulForumDigitalisierung stehen Erfahrungsbereichte und Hinweise zur Verfügung.
Hier sind ein paar Ideen zusammengestellt, wie generative KI sinnvoll für Aufgabenstellungen genutzt werden kann.
Der KI-Campus ist die Lernplattform rund um KI - zum informieren, ausprobieren, mitmachen, teilen, ...







