Dennis Grünberg arbeitet in einer Kinder- und Jugendeinrichtung der AWO und engagiert sich in der Vier-Tore-Stadt als Trainer für Brazilian Jiu-Jitsu. An der Hochschule Neubrandenburg studiert er parallel im 5. Semester Soziale Arbeit. „Die Verbindung von Studium, Praxis und Ehrenamt hat mein professionelles Selbstverständnis geprägt und mich motiviert, internationale Erfahrungen in der Sozialen Arbeit zu sammeln“, erzählt uns Dennis im Gespräch. Bis Oktober 2025 absolvierte er deshalb ein sechsmonatiges Auslandspraktikum in Brasilien - dem größten Land Südamerikas. Der Aufenthalt stellte für ihn „eine besonders prägende fachliche und persönliche Lernerfahrung“ dar. Während seines Praktikums war er in einer Favela tätig – einem Stadtviertel, das durch mangelhafte Infrastruktur, prekäre Lebenslagen und hohe Kriminalitätsraten gekennzeichnet ist. Dort arbeitete er in einem Kinder- und Jugendprojekt und betreute Kinder aus besonders herausfordernden Lebenssituationen, darunter Waisen und Kinder, die an der Armutsgrenze leben.
Dankbarkeit und internationale Perspektiven - Ein Erfahrungsbericht zum Auslandspraktikum in der Sozialen Arbeit
Neben der pädagogischen Begleitung unterrichtete ich Deutsch und Englisch und lernte im Umgang mit den Kindern selbst einiges – mit der Zeit eignete ich mir einen guten portugiesischen Wortschatz an. Darüber hinaus war ich in die Netzwerkarbeit eingebunden und stand im Austausch mit staatlichen Institutionen und Bildungsträgern. Besonders in Erinnerung bleiben mir die sportpädagogischen Angebote, etwa in Form von Bewegungsspielen, weil die Kinder Struktur und Gemeinschaft vermittelt bekamen und richtig Spaß hatten. Außerdem konnte ich über digitale Bildungsressourcen aufklären, zu denen die Kinder in den Favelas bisher kaum Zugang hatten - darunter KI-gestützte Lern-Apps und Gestaltungstools, um neue Zugänge zu Bildung zu eröffnen.
Die Möglichkeit, Soziale Arbeit in einem internationalen und kulturell deutlich unterschiedlichen Kontext kennenzulernen, hat meinen Blick auf professionelle Verantwortung, soziale Ungleichheit und interkulturelles Handeln in multiprofessionellen Teams nachhaltig erweitert.
Mein Dank gilt der Hochschule Neubrandenburg für die fachliche, organisatorische und persönliche Unterstützung während der Vorbereitung und Durchführung des Praktikums. Besonders hervorheben möchte ich die Praxisbegleitung durch Frau Prof.in Júlia Wéber sowie die Unterstützung durch Frau Silvia Hasart-Krüger und das International Office, insbesondere Frau Dorina Mackedanz. Ermöglicht wurde der Auslandsaufenthalt zudem durch das Erasmus+ Stipendium, das wertvolle internationale Praxiserfahrungen jenseits nationaler Grenzen eröffnet.
Ich kann Studierende der Sozialen Arbeit nur ermutigen, diese Chancen zu nutzen. Internationale Praxiserfahrungen fördern nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch persönliche Entwicklung und Reflexionsfähigkeit und ein globales Verständnis Sozialer Arbeit.
Kontakt:
Dennis Grünberg
E-Mail: se23083hs-nbde









