Kurz vor dem Aus? Studierende präsentieren ihre Ideen trotzdem

Zwölf Personen lächeln für ein gemeinsames Gruppenfoto in die Kamera. Vor ihnen befindet sich ein landschaftsarchitektonisches Modell, welches Bäume, Häuser und eine Stadtmauer andeutet. Hinter ihnen befinden sich Flipcharts mit Postern, auf denen unter anderem das Wort „Schwarmprinzip“ zu erkennen ist.
Studierende aus dem siebten Bachelorsemester sowie aus dem Masterstudiengang Landschaftsarchitektur präsentierten vor Professorin Dr. Caroline Rolka (3. v. r.) und Interessierten ihre Konzepte für einen möglichen Stadtgarten. Foto: Martin Fröse
Hinter einer verschneiten Straße befindet sich eine unbebaute Fläche, die durch einen Bauzaun von der Straße abgetrennt wird. Am Zaun hängen große Banner. Auf einem der Banner ist von einem Stadtgartenprojekt zu lesen. Hinter der Fläche befindet sich die historische Wallanlage Neubrandenburgs.
Das Grundstück Ecke Beguinenstraße/Dümperstraße sollte im Frühjahr 2026 zu einem Treffpunkt für Anwohner*innen und Interessierte umgestaltet werden. Nun stehen jedoch andere Pläne im Raum. Foto: Martin Fröse

Nur wenige Stunden, bevor Studierende des Bachelor-Studiengangs Landschaftsarchitektur und des gleichnamigen Master-Studiengangs ihre Konzepte für einen geplanten Stadtgarten präsentieren wollten, stand dieser bereits auf der Kippe. Das Grundstück in der Neubrandenburger Innenstadt, welches jahrelang ungenutzt blieb, steht nun wider Erwarten vor dem Verkauf. 

Alles auf Anfang für das vernachlässigte Grundstück?

Im Mittelpunkt stand ein rund 900 Quadratmeter großes, seit Jahren brachliegendes Grundstück an der Ecke Beguinenstraße/Dümperstraße in der Neubrandenburger Innenstadt. In Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda 21 Neubrandenburg e. V. und der Stadtverwaltung Neubrandenburgs entwickelten Studierende aus dem siebten Bachelorsemester sowie aus dem neuen Masterstudiengang Landschaftsarchitektur fünf Konzepte, um der Fläche zumindest temporär neues Leben zu verleihen. Am 28. Januar 2026 präsentierten sie ihre Entwürfe im Haus 2 der Hochschule Neubrandenburg. Vor Stadtvertreter*innen, Fachpublikum und Interessierten zeigten sie, wie aus einer verwilderten Fläche ein offener Ort für Begegnung und Beteiligung entstehen könnte.

Ideen für eine begrenzte Zeit

Alle Konzepte waren bewusst auf eine zeitlich begrenzte Nutzung ausgelegt, da der städtische Bebauungsplan ohnehin Wohnraum auf der Fläche vorsieht. Die Studierenden verbanden deshalb nachhaltige Denkweisen mit flexiblen, modularen Lösungen. Trotz unterschiedlicher gestalterischer Ansätze wurde in allen Entwürfen deutlich, wie sehr Treffpunkte in der Innenstadt fehlen und welches Potenzial selbst temporäre Projekte entfalten können. Plakate visualisierten den möglichen Einsatz kreativer Materialkombinationen aus Holz, Beton und Metall. Vielfältige Pflanzkonzepte aus heimischen und nicht-invasiven Arten, das Einflechten von Do-it-yourself-Beeten und Spielflächen für Kinder wurden besprochen.

Und nun? Wie geht’s an der Stadtmauer weiter? 

Bianca Haisch, Vorsitzende der Lokalen Agenda 21, brachte es auf den Punkt: „Wir wissen von Beginn an, dass man bald wieder aufhören muss – planen aber trotzdem für eine Saison.“ Gedacht ist an eine Nutzung für Veranstaltungen, den Tag der Nachbarn, kleine Auftritte oder sogar ein Open-Air-Kino im Sommer. Und ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt, denn zum Zeitpunkt der Präsentation war der Kaufvertrag noch nicht endgültig unterschrieben.


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