Vertreterinnen aus Hochschulleitungen, Wissenschaftsmanagement und Projekten des Förderprogramms FH Personal diskutierten dort aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen aus der Praxis. Im Mittelpunkt standen Themen wie strategische Personalplanung, Nachwuchsförderung, Internationalisierung von Berufungsverfahren sowie neue Ansätze im Recruiting.
Hochschule Neubrandenburg als einzige HAW aus Mecklenburg-Vorpommern vertreten
Die Hochschule Neubrandenburg ist die einzige Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern, die am Bund-Länder-Förderprogramm FH Personal teilnimmt.
Im Rahmen des Projekts setzt die Hochschule einen besonderen Schwerpunkt auf die Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses für eine spätere Professur.
Insgesamt vier Promovierende werden über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert, um ihre Promotion abzuschließen und sich gezielt auf eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften vorzubereiten.
Einige der Geförderten stehen inzwischen kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion. Damit stellt sich zunehmend die Frage, wie diese Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler auch langfristig auf ihrem Weg zur Professur begleitet und an Hochschulen für angewandte Wissenschaften gebunden werden können.
Große Herausforderungen durch Generationenwechsel
Der Austausch in Bonn machte deutlich, dass Hochschulen für angewandte Wissenschaften in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen stehen.
So wird erwartet, dass rund 44,5 % der Professorinnen und Professoren an FH/HAW zwischen 2024 und 2033 das Pensionsalter erreichen. Gleichzeitig besteht in vielen Fachgebieten weiterhin ein hoher Bedarf an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern für Professuren.
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine strategische Personalentwicklung zunehmend an Bedeutung. Programme wie FH Personal unterstützen Hochschulen dabei, neue Strukturen und Instrumente für die Gewinnung und Entwicklung von wissenschaftlichem Personal zu erproben.
Neue Wege der Rekrutierung und Karriereentwicklung
Auf der Konferenz wurden zahlreiche Ansätze vorgestellt, mit denen Hochschulen ihre Berufungs- und Rekrutierungsprozesse weiterentwickeln. Dazu gehören unter anderem:
- klar strukturierte und transparente Berufungsverfahren
- stärkere Digitalisierung von Bewerbungs- und Auswahlprozessen
- neue Recruiting-Instrumente wie Active Sourcing
- Programme zur Qualifizierung und Begleitung zukünftiger Professorinnen und Professoren
Zudem wurden neue Modelle wie Tandemprofessuren oder Talent-Track-Programme diskutiert, die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern den Einstieg in eine Professur erleichtern können.
Perspektiven für die Zeit nach dem Förderprogramm
Das Förderprogramm FH Personal läuft zunächst bis 2027. Auf der Konferenz gab Staatsekretär Magnus Milde vom Bundesministerium einen ersten Ausblick auf mögliche Perspektiven danach. Demnach wird bereits an einem Folgekonzept gearbeitet, dessen Entwurf weitgehend fertiggestellt ist und in den kommenden Monaten weiter konkretisiert werden soll.
Für HAW wie die Hochschule Neubrandenburg ist diese Perspektive besonders wichtig. Die im Rahmen von FH Personal aufgebauten Strukturen zur Nachwuchsförderung und Personalentwicklung könnten so langfristig weitergeführt und weiterentwickelt werden.
Gerade für die Vorbereitung zukünftiger Professorinnen und Professoren an HAW bleibt eine nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein zentraler Baustein.










