Vier Fragen an Absolventinnen und Absolventen der Landschaftsarchitektur
Was macht das Studium aus, was können Highlights während des Studiums sein, was sollte man während des Studiums nicht verpassen und wie kann es nach dem Studium weitergehe? Diese Fragen haben uns Absolventinnen und Absolventen der letzten Jahre beantwortet und eröffnen dir so eine persönliche Perspektive auf das Studium der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Neubrandenburg!
Vier Fragen an ... Jakob Henning
Jakob Henning hat an der Hochschule Neubrandenburg Landschaftsarchitektur studiert und ist nun als Projektmitarbeiter in einem Landschaftsarchitekturbüro in Berlin tätig. Landschaftsarchitektur bedeutet für ihn „das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden“ – frei nach Peter Joseph Lenné.

Innerhalb der 8 Semester erhielt ich ein Verständnis für die umfassende Bandbreite des Fachgebietes der Landschaftsarchitektur und konnte diese in verschiedenen Modulen kennenlernen. Dabei stand von Anfang an der Praxisbezug der behandelten Inhalte im Vordergrund. Gleichzeitig ermöglichten mir die verschiedenen Wahlpflichtmodule die Setzung eigener Schwerpunkte für mein Studium, sei dies in Richtung Gestaltung, Bauüberwachung oder Denkmalpflege.
Definitiv die Bachelorarbeit – dort konnte ich das im Studium gesammelte Wissen am Praxisbeispiel der Außenanlagen eines denkmalgeschützten Gutshauses anwenden. Auf Basis einer eigenen Vermessung des Geländes, der Suche nach Spuren vorangegangener Gestaltungen und Gesprächen mit den Eigentümern sowie mit verschiedenen Ämtern entstand zunächst ein erster Entwurf. Unter Berücksichtigung des Vorhandenen entwickelte ich hieraus eine ausführbare Planung. Eine herausfordernder, aber zugleich lehrreicher Abschluss für mein Studium in Neubrandenburg.
Mein Praxissemester absolvierte ich in einem Planungsbüro in Berlin. Nach meinem Bachelorabschluss nahm ich dort eine Stelle als Projektmitarbeiter an und arbeite seitdem über das volle Spektrum der Leistungsphasen der Landschaftsarchitektur. Vom Entwurf über die Ausführungsplanung hin zur Bauüberwachung trage ich zur Realisierung von Parkanlagen, Schulhöfen und Wohnumfeldern bei. Dabei gab mir das Studium die fachliche Basis für den erfolgreichen Einstieg in das Berufsfeld – sowohl damals als Praktikant als auch heute im Planungs- und Baustellenalltag.
Verpassen sollte man auf keinen Fall die Exkursionen und Workshops. Die Möglichkeit Arbeiten anderer Landschaftsarchitekten aus der Praxis zu sehen und darüber zu diskutieren ist unglaublich hilfreich. Es eröffnet alternative Sicht- und Herangehensweisen in Hinblick auf Entwürfe, Details oder auch rechtliche Zwangspunkte.
Vier Fragen an ... Hauke Krüger
Hauke Krüger hat an der Hochschule Neubrandenburg Landschaftsarchitektur studiert und ist nun als Projektbearbeiter in Rostock tätig. Landschaftsarchitektur bedeutet für ihn die Chance zu haben, etwas nachhaltig zu verändern und Einfluss auf das gestalterische Erscheinungsbild der Umgebung nehmen zu können.

Das in meinen Augen Besondere am Studium in Neubrandenburg ist zum einen der persönliche Umgang mit den Lehrenden. Durch die geringe Größe der Jahrgänge war man mit den Professoren immer auf Augenhöhe und konnte sich auch außerhalb der Vorlesung über Themen austauschen. Zum anderen ist die Praxisnähe etwas Besonderes. Aufgabenstellungen nicht nur in der Theorie, sondern auch mit praktischen Ansätzen bearbeiten zu können bringt einen erheblichen Mehrwert für das gesamte Studium. Die größte Besonderheit am Studium ist jedoch die Lage der Hochschule. Die Nähe zu Berlin und anderen Städten aber auch die eiszeitlich geprägte unmittelbare Umgebung mit den historischen Gutsanlagen bietet einen abwechslungsreichen Ausblick auf die verschiedenen Aufgabengebiete der Landschaftsarchitektur.
Ein Highlight meines Studiums war definitiv die Exkursion nach Venedig und Basel. Zu sehen, wie Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege in anderen Ländern und Regionen betrieben wird, ist immer spannend zu sehen.
Auf Grund meiner Herkunft aus der Nähe Rostock, bin ich nach dem Studium dort hin zurück. Ich arbeite bei H+ Landschaftsarchitektur. Dort habe ich bereits mein Praktikumssemester absolviert, bin anschließend als Werksstudent dort tätig gewesen und seit September 2024 dort Vollzeit tätig. Das Studium in Neubrandenburg hat mich meines Erachtens recht gut auf die Berufswelt vorbereitet. Durch die Vielzahl an verschiedenen Fächern hat man ein gutes grundlegendes Verständnis aufbauen können. Auch wenn die Landschaftsarchitektur die verschiedensten Bereiche abdeckt, hat man zumindest von den meisten Dingen schon einmal etwas gehört und kann das Wissen während der Berufstätigkeit vertiefen.
Verpassen sollte man auf keinen Fall die Exkursionen und Workshops. Die Möglichkeit Arbeiten anderer Landschaftsarchitekten aus der Praxis zu sehen und darüber zu diskutieren ist unglaublich hilfreich. Es eröffnet alternative Sicht- und Herangehensweisen in Hinblick auf Entwürfe, Details oder auch rechtliche Zwangspunkte.
Vier Fragen an ... Jeanine Ziarek
Jeanine Ziarek hat an der Hochschule Neubrandenburg Landschaftsarchitektur studiert und ist nun als Landschaftsarchitektin in der Projektbearbeitung aller Leistungsphasen in Hamburg tätig. Landschaftsarchitektur bedeutet für sie – besonders im urbanen Kontext – auf begrenztem Raum neue Qualitäten zu schaffen. Dabei ist ihr wichtig, dass soziale, ökologische, ökonomische und ästhetische Aspekte im Einklang miteinander stehen.

Das Studium der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Neubrandenburg hat für mich vor allem die enge Verbindung von Theorie und Praxis ausgemacht. Es ging nicht nur darum, theoretische Inhalte zu verstehen, sondern dieses Wissen auf konkrete Beispiele aus der Praxis anzuwenden und auf unterschiedliche Fragestellungen zu übertragen.
Ein besonderes Highlight meines Studiums waren die intensiven Entwurfsworkshops. Unter Zeitdruck innovative Ideen für einen Ort zu entwickeln, seinen Charakter zu erfassen und gestalterisch weiterzudenken, war eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Ebenso prägend waren die großen Projekte, in denen anhand der einzelnen Leistungsphasen der Landschaftsarchitektur der gesamte Planungsprozess greifbarer wurde und einen ersten Einblick in die spätere Berufspraxis gegeben haben.
Nach meinem Studium bin ich in einem Landschaftsarchitekturbüro in Hamburg gelandet. Die Aussicht auf den Arbeitsplatz konnte ich mir mit erfolgreicher Beendigung meines Praxissemesters sichern und wurde nach dem Masterstudium direkt übernommen. Das Studium an der Hochschule Neubrandenburg hat mich vielseitig darauf vorbereitet: Von der kreativen Arbeit in Entwurfsprojekten über die technische Ausführungsplanung bis hin zum Umgang mit CAD-Programmen wie AutoCAD und Vectorworks. Gleichzeitig wurden auch wichtige baurechtliche Grundlagen vermittelt, die für die spätere Berufspraxis essenziell sind. Dabei habe ich gemerkt, wie entscheidend es ist, eigene Schwerpunkte zu setzen und die Kurswahl bewusst danach auszurichten.
Ich würde neuen Studierenden auf jeden Fall raten, die verschiedenen Veranstaltungen und Events mitzunehmen und früh Kontakte zu höheren Semestern zu knüpfen – gerne auch fachübergreifend. Gerade in der Landschaftsarchitektur arbeitet man später, insbesondere im urbanen Raum, mit vielen unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Offenheit und Kommunikation sind dabei entscheidend und lassen sich schon im Studium gut entwickeln. Auch Neubrandenburg selbst sollte man bewusst erleben, denn die Stadt bietet mit ihrer historischen Innenstadt und dem Kulturpark viele spannende Beispiele aus dem Bereich der Landschaftsarchitektur.







