Zwischen Schottland und Neubrandenburg: Zwei Studentinnen und ihr Weg zum Master

Zwei leger gekleidete Frauen lächeln freundlich in die Kamera. Im Hintergrund ist ein Fenster zur Hochschulbibliothek zu erkennen.
Charlotte und Hanna (v. l. n. r.) haben sich für das Master-Programm „Organisationsentwicklung und Inklusion“ entschieden. Foto: Lyssa-Junis Feichtinger

„Ich fliege jedes Mal einen Tag vorher“ – Wie weit würdest du für dein Studium gehen?

Hanna nimmt für ihr Studium einen außergewöhnlichen Aufwand in Kauf. Sie lebt und arbeitet in Schottland in einer Einrichtung für junge Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen – und pendelt für die Seminare nach Deutschland.

„Ich wohne aktuell in Schottland […] und habe mich darauf eingelassen, jedes Mal einen sehr weiten Weg einzugehen“, erzählt sie. „Ich fliege dann immer einen Tag vorher nach Deutschland und einen Tag nach meinen Seminaren zurück.“

Eine eigene Wohnung in Neubrandenburg kommt für sie nicht infrage, stattdessen organisiert sie sich über Familie in Berlin. Die Entscheidung für das Studium fiel dennoch bewusst: „Der Heilpädagogik-Master hat sich nicht so richtig für mich angefühlt.“ Gleichzeitig konnte sie ihren Bachelor in Großbritannien nicht anerkennen lassen – und fand in Neubrandenburg mit ORI die passende inhaltliche Ausrichtung.

„Es braucht Menschen, die etwas verändern.“

Auch Charlotte bringt eine klare Motivation mit. Sie hat „immer wieder Schwierigkeiten in bestehenden Strukturen wahrgenommen.“ Vor allem im Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen fehle es häufig an einem tiefgehenden Verständnis für individuelle Perspektiven und Anforderungen. „Gleichzeitig geben auch die organisatorischen Rahmenbedingungen und Arbeitsstrukturen das nicht immer her“, so die Studentin. „Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass mehr Menschen daran arbeiten, Organisationen inklusiver, gerechter und bedarfsgerechter zu gestalten.“

Die Hebamme aus Greifswald möchte sich beruflich breiter aufstellen und langfristig mehr Verantwortung übernehmen. „Ich möchte eine akademische Laufbahn haben. Ich möchte ins Management“, sagt sie – ohne ihren Beruf aufzugeben: „Ich werde nie aufhören, als Hebamme zu arbeiten.“

Für Charlotte war entscheidend, dass sich das Studium in ihr Leben integrieren lässt: „Ich richte nicht mein Leben nach dem Master aus, sondern der Master wird nach meinem Leben ausgerichtet.“ In ihrem Arbeitsalltag erlebt sie, wie vielfältig Gesellschaft bereits ist: „Es gibt für jede Familienform eigene Bedürfnisse […] Es kommen immer mehr Regenbogenfamilien in den Kreißsaal, was ich schön finde.“´

Viele Perspektiven, ein Ziel: Was beide Studentinnen verbindet

Beide Studentinnen verbindet der Wunsch nach Austausch und neuen Perspektiven. „Ich wünsche mir viele verschiedene Ansichten kennenzulernen“, erzählt uns Hanna im Interview.

Der Master „Organisationsentwicklung und Inklusion“ verknüpft unterschiedliche Lebenswege und lässt gemeinsame Ziele entstehen: Organisationen verändern und Inklusion aktiv gestalten.


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