Veit Walden vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Mecklenburgische Seenplatte erklärt im Interview: „Wenn du einen Leidensdruck hast, aufgrund von Diskriminierungserfahrung oder Beobachtung, dann kannst du unser Angebot wahrnehmen.“ Ziel sei es, gemeinsam Wege zu finden, besser mit belastenden Situationen umzugehen.
Vom Ausstieg zur Prävention
Walden arbeitet seit zwei Jahren im Regionalzentrum und war zuvor im Ausstiegsprogramm „JUMP“ tätig, das Menschen beim Verlassen rechtsextremer Strukturen unterstützt. Der Wechsel nach Neubrandenburg hatte auch persönliche Gründe – kürzere Wege und mehr Zeit für die Familie. Heute liegt sein Fokus stärker auf Prävention: An Schulen schafft er Gesprächsräume für junge Menschen. „Wir bieten einen vertraulichen Rahmen, in dem alles gesagt werden kann“, betont er. Diese Erfahrung bringt er nun auch an die Hochschule.
Offenes Ohr und Netzwerkarbeit
Themen für die Beratungsstelle sind unter anderem Rechtsextremismus, religiöser Extremismus, Antisemitismus oder Antifeminismus. Auch Unsicherheiten im Alltag gehören dazu – etwa, wenn jemand diskriminierende Situationen beobachtet und nicht weiß, wie er reagieren soll. Walden beschreibt den Ansatz so: Man wolle niemanden „mit der Moralkeule“ belehren, sondern ins Gespräch kommen und Schwarz-Weiß-Denken aufbrechen. Unterschiedliche Meinungen dürften bestehen bleiben – wichtig sei der respektvolle Umgang miteinander.
Die Beratung versteht sich auch als Schnittstelle: Bei Bedarf werden Ratsuchende an spezialisierte Stellen weitervermittelt, etwa bei rechter Gewalt oder Radikalisierung im Umfeld. „Wir sind sozusagen ein Netzwerkknoten“, erklärt Walden. Dadurch können Betroffene schnell passende Unterstützung finden, ohne selbst lange recherchieren zu müssen.
Die Beratung findet jeden Dienstag von 13 bis 15 Uhr in Raum 305, Haus 1, statt. Optional sind auch individuelle Termine möglich.








