Neuer Navigationskontrollpunkt an der Hochschule Neubrandenburg: Präzision für Stadt und Studium

Ein Mann in neonorangenem Anzug und Schutzhandschuhen kniet über grauen Bodenplatten vor einer gläsernen Hausfassade. Er lässt eine silberne Plakette mit der Aufschrift „Kontrollpunkt für Navigationsgeräte“ in den Boden ein.
Der Navigationskontrollpunkt wurde kurz vor der offiziellen Einweihung in eine Bodenplatte vor dem Haupteingang von Haus 2 eingelassen. Foto: Martin Fröse
Drei Männer schauen, im Halbkreis stehend, auf ihre Smartphones. Hinter ihnen steht eine weitere Person mit Kameraequipment, neben ihnen schaut ein Mann nach vorne gebeugt ebenfalls auf die Handydisplays. Am Boden vor den Personen befindet sich der eingelassene Navigationskontrollpunkt.
Sie testeten die Funktionsweise des Punktes per Smartphone: Neubrandenburgs Oberbürgermeister Nico Klose, Hochschulrektor Prof. Dr. Gerd Teschke und Dr.-Ing. Jörg Rubach vom Amt f. Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen (v. l. n. r.) Foto: Martin Fröse

Am 19. März wurde auf dem Gelände der Hochschule Neubrandenburg ein neuer Navigationskontrollpunkt eingeweiht. Von diesen Referenzpunkten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern damit sechs, davon zwei in Neubrandenburg. Die Einweihung ist ein wichtiges Signal für Digitalisierung, die Bedeutung der Geodateninfrastruktur und des Geodäsiestudiums im Land.

Orientierung mit Satelliten – aber wie genau ist das eigentlich?

Navigationssysteme wie Galileo und GPS nutzen Satelliten, um Positionen zu bestimmen. Für Smartphones und Autos reicht eine Genauigkeit von wenigen Metern. Für Vermessung, Bauplanung oder Forschung sind jedoch viel genauere Daten nötig. Navigationskontrollpunkte sind exakt vermessene Referenzpunkte, mit denen die Genauigkeit von Satellitennavigation überprüft und verständlich gemacht werden kann.

Vorteil für Neubrandenburg und die Region

Mit dem neuen Kontrollpunkt auf dem Campus wird die Rolle der Hochschule Neubrandenburg als Kompetenzzentrum für Geodäsie und Geoinformation betont. Präzise Raumdaten sind eine wichtige Grundlage für Verwaltung, Wirtschaft und Forschung. Stadtplanung, Bauwesen, Umweltmonitoring oder Smart-City sind nur einige Beispiele für Anwendungen.

Praxisnah studieren: Geodäsie und Geoinformatik auf dem Campus

Für Studierende der Studiengänge Geodäsie und Messtechnik und Geoinformatik ist der Kontrollpunkt ein Messlabor im Freien. Sie können dort erste Erfahrungen mit Satellitengeodäsie machen, indem sie Navigationsgeräte testen und lernen, wie präzise Raumdaten entstehen. Absolventinnen und Absolventen dieser Studiengänge arbeiten später unter anderem in Bereichen wie Geodatenmanagement, Ingenieurvermessung, Liegenschafts- und Planungswesen und der Hydrographie.

Ein Referenzpunkt für die digitale Zukunft

Der neue Navigationskontrollpunkt ist unscheinbar, aber wichtig. Er steht für Präzision, moderne Messtechnik und Digitalisierung. Für Neubrandenburg ist er ein weiteres Zeichen als Wissenschaftsstandort, für Studierende ein praktisches Lernobjekt – und für die Region eine verlässliche Grundlage für Geodaten, die viele Anwendungen unseres Alltags ermöglichen.


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