Nachhaltigkeit unter Segeln: Studierende zweier Fachbereiche gemeinsam auf Exkursion

Das Foto zeigt drei Personen, die am vorderen Ende eines Segelschiffs herum klettern. Unter ihnen befindet sich ein Netz aus dicken Seilen und das wellige Meer. Der Himmel ist leicht bewölkt und satt blau.
Das Bugnetz ermöglicht sichere Arbeiten am sogenannten Bugspriet und eine einmalige Aussicht auf das raue Wasser. Foto: Prof. Dr. Thomas Markert
Der Blick vom Steg. Das Segelschiff Engelina liegt im Hafen und ist im Anschnitt des Fotos zu erkennen. Im Hintergrund ist der Himmel leicht eingefärbt. Wahrscheinlich geht die Sonne gerade auf oder unter.
Das Segelschiff Engelina ist über 100 Jahre alt, wurde seitdem mehrfach renoviert und modernisiert. Insgesamt finden 20 Personen an Bord einen Schlafplatz. Foto: Prof. Dr. Thomas Markert

So sieht Zusammenarbeit aus: Ein besonderer Ausflug verband fachliche Workshops mit dem Leben an Bord eines über 100 Jahre alten Segelschiffs. Vom 12. bis zum 18. September waren 14 Studierende der Sozialen Arbeit sowie des Studiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung mit drei Dozierenden an Bord der Engelina. 

Auf dem Programm der interdisziplinären Exkursion standen eine Führung auf der Naturschutzinsel Vilm, eine Zukunftswerkstatt zur Ostseefischerei und ein Workshop zu den Folgen des Tourismus auf Rügen. Besprochen wurde der Zustand der Ostsee, der Schutz von Lebensräumen und wie sich Natur, Bevölkerung und Wirtschaft unter einen Hut bringen lassen. Wie stark die heimischen Meere belastet sind, wurde einigen Teilnehmenden hier erst richtig klar. Sie wollen künftig genauer hinschauen, was auf den Teller kommt.

Wie nachhaltig ist die eigene Reise?

Die Gruppe untersuchte auch ihre eigene Umweltbilanz. Schon die Wahl des Abfahrtshafens machte einen Unterschied: Durch den Start in Stralsund sanken die berechneten Emissionen der An- und Rückreise pro Person um rund 20 Prozent – im Vergleich zum Startpunkt Kappeln in Schleswig-Holstein.

Während der sechs Tage wurde außerdem vegetarisch gekocht. Dadurch konnten rund 109 Kilogramm CO₂-Äquivalente gegenüber der üblichen Ernährung der Gruppe eingespart werden. Nicht alle Vorhaben ließen sich jedoch wie geplant umsetzen. Wegen des festgelegten Reiseprogramms musste der Motor häufiger laufen als bei der stärker am Wind orientierten Tour im Vorjahr. Auch beim Einkauf regionaler und biologischer Lebensmittel blieb noch Luft nach oben.

Wer kocht, wer steuert? Zusammenleben will gelernt sein

Vorräte mussten geplant, Aufgaben verteilt und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Um möglichst keine Lebensmittel wegzuwerfen, fanden die Studierenden Lösungen und übernahmen im Laufe der Reise zunehmend Verantwortung.

In einer Feedbackrunde hoben die Studierenden die positive Zusammenarbeit – unabhängig vom Studiengang - hervor. Ob Naturschutz und Landnutzungsplanung oder Soziale Arbeit: ein gemeinsames Gruppengefühl stellte sich schnell ein. Zugleich wurde den 14 Neuseglerinnen und -seglern bewusst, wie wichtig feste Zuständigkeiten, klare Absprachen und ein guter Umgang mit Konflikten sind. Die Rückmeldungen sollen in die Weiterentwicklung des Lehrformats einfließen. Eine weitere Segelreise ist für 2027 geplant.


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