Leadership im Sozialwesen neu denken - Fachtagung an der Hochschule Neubrandenburg

Ein Gruppenfoto. Sieben Personen stehen, aufgereiht in zwei Reihen, dicht nebeneinander und lächeln freundlich in die Kamera. Alle sind eher förmlich gekleidet. Im Hintergrund ist eine klassische, grüne Schultafel zu erkennen.
Die Referent*innen der Fachtagung, zusammen mit Prof.in Dr. Susanne A. Dreas. Foto: Martin Fröse
Gestikulierend spricht eine Person zu einem gut gefüllten Hörsaal. Das Publikum hat sich auf blauen Hörsaalstühlen auf verschiedenen Etagen verteilt und schaut nach vorne. Einige Per-sonen haben Laptops vor sich aufgeklappt.
Prof. Dr. Thomas Markert, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, spricht zu den Teilnehmenden der Fachtagung. Foto: Martin Fröse

94 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis sozialer Organisationen kamen mit dem Ziel zusammen, aktuelle Konzepte von Leadership (Führung) zu diskutieren und Perspektiven dieser im Sozialwesen zu entwickeln. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Rektor der Hochschule Neubrandenburg, Prof. Dr. Gerd Teschke, den Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, Prof. Dr. Thomas Markert, sowie die Vorsitzende der BAG SMW Prof.in Dr. Susanne A. Dreas.

 

Führung kommt aus der Praxis – nicht aus dem BWL-Lehrbuch

In Vorträgen und Workshops wurden verschiedene Aspekte von Führung beleuchtet, darunter Fragen wie man ohne direkte Weisungsbefugnis führt, wie man flexibel auf Veränderungen reagiert, sich selbst gut führt, und wie Inklusion, Ehrenamt und das Eintreten für andere in der Führungsarbeit eine Rolle spielen. Als wichtigstes Ergebnis der Tagung zeigte sich: Gute Führung im Sozialbereich lässt sich nicht einfach aus der Wirtschaft übernehmen. Stattdessen braucht es ein eigenes Verständnis von Führung – eines, das aus der sozialen Arbeit selbst heraus entsteht und ihre besonderen Werte und Anforderungen widerspiegelt. 

 

„Absolvent*innen sozialpädagogischer Studiengänge ist oftmals nicht bewusst, dass im Studium erlernte Handlungsmethoden, wie beispielsweise der Aufbau vertrauensvoller Arbeitsbeziehungen, auch zentrale Leadership-Kompetenzen sind. Werden sie im Studium gezielt sichtbar gemacht, steigt die Bereitschaft, Führungsverantwortung zu übernehmen und die Profession gewinnt eigene Führungskräfte“, so Susanne Dreas, Professorin für Sozialmanagement an der Hochschule Neubrandenburg.

 

Verantwortung übernehmen – auch ohne Leitungsfunktion

Führung kann auch dann entstehen, wenn Menschen Veränderungen anstoßen und anderen Orientierung geben – ganz ohne formellen Titel oder Funktion. Im Mittelpunkt steht dabei ein Verständnis von Führung, das auf Mitgestaltung setzt, die eigene Haltung kritisch hinterfragt und vor allem die Verantwortung gegenüber den Menschen in den Vordergrund stellt, die die sozialen Angebote in Anspruch nehmen. In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung einer wertebasierten Führungskultur eine zentrale Zukunftsaufgabe sozialer Organisationen darstellt. 

 

Veranstaltet wurde die Fachtagung an der Hochschule Neubrandenburg von Prof.in Dr. Susanne A. Dreas in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmanagement/Sozialwirtschaft an Hochschulen e. V. (BAG SMW) und dem Institut für Weiterbildung.


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