Die Veranstaltung stand unter dem Jahresthema „Klimaanpassung und Gesundheit“ des Bundes deutscher Landschaftsarchitekt*innen (bdla), der den Tag unterstützte. Auch die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern war mit mehreren Vorstandsmitgliedern vertreten.
Stadtgrün als Schutz vor Hitze
Den Auftakt machten Jacqueline Sambale und Bianca Schuster vom Amt für Umwelt- und Klimaschutz Rostock. Anhand der Stadtklimaanalyse erläuterten sie die Bedeutung von Grün- und Freiflächen für den Hitzeschutz. Trotz eines Grünflächenanteils von rund 60 Prozent gibt es in Rostock Belastungsräume wie die Kröpeliner Vorstadt oder das Stadtzentrum, die insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen problematisch sein können. An konkreten Projekten zeigten die Referentinnen, wie Entsiegelung, Regenwassernutzung und klimaangepasste Freiraumgestaltung das Stadtklima verbessern können. Herausforderungen sind dabei Maßnahmen im Bestand sowie begrenzte Budgets, insbesondere für die Grünflächenpflege.
Neubrandenburg zwischen Klimawandel und Lebensqualität
Julia Manthe, verantwortlich für die Stadtentwicklung der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg, stellte aktuelle Maßnahmen zur Klimaanpassung in Neubrandenburg vor. Dazu gehören unter anderem die Entschlammung eines Feuerlöschteichs, Wasserflaschen-Refill-Stationen in öffentlichen Einrichtungen, Verschattungskonzepte für den Marktplatz sowie Planungen im Rathausumfeld und am Bahnhofsvorplatz.
Gesundheitliche Folgen des Klimawandels im Fokus
Dr. Thomas Jenning vom Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg beleuchtete die Auswirkungen steigender Temperaturen auf das Gesundheitswesen. Er verwies auf die hohe Zahl hitzebedingter Todesfälle in Deutschland und stellte Maßnahmen des gesundheitlichen Hitzeschutzes vor. Zudem ging er auf neue Herausforderungen durch klimabedingt auftretende Krankheitserreger wie das West-Nil-Virus ein. Maßnahmen zur Temperaturreduzierung im Innen- und Außenraum seien notwendig, zugleich müssten mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Eine enge Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekt*innen und Mediziner*innen erscheint deshalb besonders sinnvoll.
Maggies Centres
Den letzten Vortrag hielt Landschaftsarchitektur-Student Vincent Wanitschke über die Maggies Centres in England. Die inzwischen mehr als 30 Einrichtungen verbinden medizinische Unterstützung mit hochwertiger Architektur und sorgfältig gestalteten Außenräumen. Sie zeigen beispielhaft, wie Architektur und Landschaftsarchitektur zur Lebensqualität erkrankter Menschen beitragen.
Austausch in Workshops
Nach den Vorträgen arbeiteten Teilnehmende und Referent*innen in Workshops weiter an Fragen der Klimaanpassung und Gesundheit. Die Ergebnisse wurden anschließend vorgestellt und diskutiert. Ein zentrales Thema zog sich durch den gesamten Tag: Grün- und Freiräume leisten einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit, müssen jedoch an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden.
Der Thementag ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen Studierenden, Fachleuten und Gästen zu aktuellen Fragen der Klimaanpassung und Gesundheit. Gleichzeitig sammelten die Studierenden praktische Erfahrungen bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Besonders bereichernd war der direkte Dialog mit den Teilnehmenden, der fachliche und persönliche Einblicke ermöglichte. In offener Atmosphäre konnten neue Perspektiven gewonnen, Kontakte geknüpft und das Thema gemeinsam diskutiert werden. Allen Gästen und Beteiligten gilt ein herzlicher Dank für ihr Mitwirken.








