Ob im Sportverein oder bei der Freiwilligen Feuerwehr: Ehrenamtliches Engagement hält Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Doch Vereine und Engagierte stehen vor Herausforderungen. Wie lassen sie sich besser unterstützen? Und wo können Angebote ineinandergreifen?
Darum ging es am 29. Oktober beim Fachtag Engagementförderung und Ehrenamt MSE an der Hochschule Neubrandenburg. Eingeladen hatten die Hochschule, das Netzwerk Ehrenamt MSE und weitere Akteur*innen der Engagementförderung.
Der Fachtag baut auf der bisherigen Zusammenarbeit mehrerer Einrichtungen auf: den Ehrenamtskoordinationen von DRK und AWO, der Freiwilligenagentur MitMachZentrale MSE, dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und der Hochschule selbst. Gemeinsam bauen sie ein Netzwerk auf, das Informationen bündelt und die Strukturen vor Ort stärkt.
Forschung lieferte schon vor der Veranstaltung wichtige Hinweise
Der im Auftrag der Ehrenamtsstiftung MV durch die Hochschule erarbeitete Ehrenamtsmonitor MV 2025 zeigt, wo Vereine auf Hindernisse stoßen. Für 89,5 Prozent der befragten Ehrenamtlichen ist die Gewinnung neuer Unterstützender eine Herausforderung. 78,5 Prozent nennen die Finanzierung ihrer Vereinsarbeit als Problem.
Die Ergebnisse waren auch Thema der Podiumsdiskussion zum Auftakt des Fachtags. Vertreter*innen des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern, der Ehrenamtsstiftung MV, der Hochschule Neubrandenburg und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt diskutierten darüber, wie sich Engagement gezielter fördern lässt. Professorin Dr. Claudia Vogel betonte dabei die Notwendigkeit, vorhandene Kräfte zu bündeln und die Zusammenarbeit langfristiger anzulegen. Projekte seien häufig befristet. Eine stärkere Vernetzung könne dazu beitragen, Angebote sichtbarer zu machen und die Kontinuität in der Engagementförderung zu verbessern.
Persönliche Ansprechpersonen und kurze Wege
Auch die kommunale Ebene spielt eine wichtige Rolle, darüber waren sich Publikum und Expert*innen einig: Ehrenamtliche bräuchten im Sinne von Engagementlotsen verlässliche Ansprechpersonen in den für sie relevanten Institutionen, die bei Fragen weiterhelfen und Kontakte vermitteln können.
Ziel bleibt es, die Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen zu verbessern und ein Netzwerk aufzubauen, das Vereine und Engagierte in der Region langfristig unterstützt. Denn damit Menschen sich engagieren können, braucht es nicht nur ihre Bereitschaft, sondern auch passende Angebote und verlässliche Strukturen.
Der mit dem Fachtag begonnene Austausch soll auf jeden Fall fortgeführt werden, auf teilregionaler Ebene sowie auf Ebene des Landkreises. Der Fachtag „Engagementförderung und Ehrenamt MSE“ soll als regelmäßiges Austausch- und Vernetzungsformat verstetigt werden.








