Demokratietage: Demokratiebildung für angehende Lehrer*innen

Ein Mann sitzt vor einer Klasse, deren Köpfe im Bild von hinten zu erkennen sind. Der Mann trägt eine Brille und Glatze. Hinter ihm befindet sich eine Leinwand, die eine Präsentation abzeichnet.
Dr. Eric Mülling redete mit den Studierenden u. a. über politische Neutralität im Lehramt. Foto: Martin Fröse
Vier Personen sitzen vor einem Monitor auf Stühlen. Neben ihnen, an einer Fensterfront, steht eine weitere Person, die zu ihnen spricht. Auf dem Monitor ist die Aufschrift "The Poetry Project" zu erkennen. Zu den Personen zugewandt sitzen weitere Menschen, wahrscheinlich eine Klasse, auf verschiedenfarbigen Sitzsäcken.
Das Poetry Project überzeugte mit bewegenden Kurzgeschichten und Gedichten über Migration und Rassismuserfahrungen. Foto: Martin Fröse

Schon in ihren Praktika erleben angehende Lehrer*innen Situationen, in denen sie sich fragen: Wie gehe ich mit rechtsextremen Strukturen in einer Klasse um? Was kann ich tun, wenn Menschen diskriminiert werden? Und was, wenn ich vom eigenen Träger dabei nicht den nötigen Rückhalt bekomme?

Die Studierenden des 5. Semesters im Studiengang Berufspädagogik – Lehramt an beruflichen Schulen haben deshalb die „Demokratietage der Berufspädagogik“ entwickelt und im September umgesetzt. Zwei Tage lang diskutierten sie mit anderen Lehramtsstudierenden über Demokratiebildung.

 

Was bedeutet politische Neutralität?

Eine zentrale Frage war dabei das Verhältnis von Neutralität und Haltung. Wo beginnt politische Neutralität und wo hört sie auf? Und was bedeutet der Beutelsbacher Konsens tatsächlich für Lehrer*innen? Referent Dr. Eric Mülling ordnete das Thema fachlich ein und tauschte sich anschließend mit den Studierenden aus. Dabei ging es auch um deren Sorgen und Unsicherheiten: Muss eine politische oder diskriminierende Äußerung von Schüler*innen tatsächlich unkommentiert bleiben? Oder gehört es gerade zur Aufgabe einer lehrenden Person, solche Aussagen zu analysieren und demokratische Grundwerte zu vermitteln?

Die Studierenden wechselten bewusst die Formate: Auf einen szenischen Auftakt folgten Vorträge, Gespräche mit dem Beratungsnetzwerk und die Arbeit an konkreten Fallvignetten. So konnten die Teilnehmenden Situationen aus dem schulischen Alltag gemeinsam durchspielen und mögliche Reaktionen diskutieren.

 

The Poetry Project: Worte gegen Fremdenfeindlichkeit

Einen anderen Zugang bot The Poetry Project aus Berlin. Die Gäste brachten Gedichte über Heimat, die eigenen Erfahrungen mit der deutschen Demokratie und Rassismus mit in die Inklusionswirkstatt der Hochschule. 

Ziel der studentisch entwickelten Veranstaltung war es, Sicherheit im Umgang mit demokratiefeindlichen Einstellungen und Äußerungen zu gewinnen und Handlungsmöglichkeiten für den späteren Berufsalltag aufzubauen.


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