Bio bitte: Forschungsprojekt RegioVers in Schwerin

Mehrere Personen stehen vor sitzendem Publikum in einem opulenten, hellen Saal. Ein Mann hält ein Mikrofon und spricht direkt zu den Anwesenden.
Ausgerichtet wurde die Veranstaltung in der Landeshauptstadt vom Bio-Dachverband "Bio in MV" und dem Projekt RegioVers. Foto: RegioVers
Zu sehen ist ein opulenter Saal, ausgestattet mit hintereinander aufgereihten Stühlen, die alle besetzt sind. Es wirkt voll wie in einem Theatersaal zur Premiere eines Stücks. Im Hintergrund sind Tafeln und Flipcharts mit Plakaten und bunten Notizzetteln zu erkennen. Das Publikum applaudiert.
Das Interesse am Dialogforum im Perzinasaal in der einstigen Klavierfabrik Schwerins war groß. Foto: RegioVers

Über einhundert Teilnehmer*innen aus Landes- und Kommunalpolitik, Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Wissenschaft, NGOs und Catering sind dazu angereist. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bio-Dachverband "Bio in MV" unter Leitung von Anna Hope und dem Projekt RegioVers, unter Mitarbeit von Prof. Dr. Michael Harth und Christian Brechler.

 

In Sachen Ernährung hinkt MV hinterher – Ernährungsstrategie kann Abhilfe schaffen 

Bei der von Prof. Michael Harth moderierten Podiumsdiskussion kündigte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus an, eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Ministerien einzurichten, die eine neue Ernährungsstrategie entwickeln soll. Außerdem sprach er sich dafür aus, feste DGE-Standards für die Gemeinschaftsverpflegung einzuführen. Diese Standards geben vor, wie ein ausgewogener Speiseplan aussehen sollte – also zum Beispiel, wie viel Gemüse oder kohlenhydratreiche Lebensmittel auf den Teller gehören. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche verbindlichen Vorgaben bisher noch nicht, anders als in einigen anderen Bundesländern.

 

"Sagt euren jungen Leuten an der Hochschule, sie sollen Unternehmen gründen!"

Auch die landwirtschaftlichen Strukturen im Land stehen vor Herausforderungen. Für regionale und ökologische Kreisläufe fehlen häufig Vorverarbeitungsbetriebe. Die Landespolitik möchte den Aufbau solcher Strukturen fördern und motiviert vor allem junge Fachkräfte. Dr. Sylva Rahm-Präger (SPD) machte deutlich, dass neue Betriebe nur entstehen können, wenn es genügend qualifizierte Menschen gibt – und rief dazu auf, Studierende zur Gründung eigener Unternehmen zu ermutigen. Unterstützung gäbe es bereits, zum Beispiel durch Förderprogramme und Beratungsangebote.

Langfristig soll der Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe weiter steigen: Nach den Plänen von Landwirtschaftsminister Till Backhaus könnten es in weniger als zehn Jahren rund 30 Prozent sein – aktuell sind es etwa 24 Prozent.

 

Guten Appetit! Studierendenwerk geht mit positivem Beispiel voran

Wie der Aufbau von regionalen und ökologischen Wertschöpfungsketten gelingen kann, zeigt der RegioTeller in der Mensa des Studierendenwerks Greifswald bei uns in Neubrandenburg. Dieses wöchentliche Angebot wurde unter Beteiligung des Projekts RegioVers ins Leben gerufen und ist mittlerweile feste Struktur in der Mensa. 

Das Forschungsprojekt RegioVers besteht aus den Institutionen inter3, diversu und der Hochschule Neubrandenburg und wird gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Im Projekt sollen Möglichkeiten für mehr bioregionale Zutaten in der Gemeinschaftsverpflegung aufgezeigt werden.

Mehr dazu: regiovers.net

Förderkennzeichen 2822OE108


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