Begleitung der Implementierung von digitalen Komponenten in Gesundheits- und Pflegestudiengängen (Akronym: DigiCare – Teilprojekt Hochschule Neubrandenburg)

Projektlaufzeit: 01. Juli 2019 bis 30. Juni 2022

Mittelgeber*in: Europäischer Sozialfonds über das Exzellenzforschungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme: 450.173,16 € (Hochschule Neubrandenburg), 2.298.618 € (gesamt)

Teilprojektleitung: Prof. Dr. Stefan Schmidt

Kooperationspartner*innen:
Prof. Dr. Ing. Alke Martens, Universität Rostock (Projektkoordination)
Prof. Thomas Kirste, Universität Rostock
Prof. Stefan Teipel, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Rostock/Greifswald
Robert Zepf, Universität Rostock

Zusammenfassung: Im Feld des Pflege- und Gesundheitsmanagements soll eine breit angelegte Digitalisierung der Lehre entwickelt werden. Zunächst soll die stattfindende Präsenzlehre aufgezeichnet und aufbereitet werden, so dass am Ende des Projektes Lehrformate vorliegen, die sowohl unterstützend in der Präsenzlehre, als auch in der Distanzlehre eingesetzt werden können. In der Summe entsteht so ein Studiengang, der dazu beiträgt, die Herausforderungen der Digitalisierung im Bereich Pflege und Gesundheit mitzugestalten. Der Studiengang wird während der Laufzeit des Projektes am Beispiel von Vorlesungen empirisch begleitet.  

Digitalisierung bedeutet gleichzeitig eine Verhaltensänderung, beispielsweise im eigentlichen Unterrichtsgeschehen: der Handlungsbereich der Studierenden wird erweitert. Hierfür werden die im System Scarlett entwickelten Methoden der semantischen Annotation von Vorlesungen als didaktisches Mittel eingesetzt und erprobt. Die resultierenden semantischen Netze werden Dozent*innen zur Selbstreflektion über ihr Lehrmaterial und Studierenden zur kritischen Reflektion des eigenen Lernstands zur Verfügung gestellt.  

Parallel zu der Digitalisierung der Vorlesungen wird im Projekt die Ebene des fallbasierten Lernens im Studiengang etabliert. Diese Methode ist bisher unterrepräsentiert. Lehrfälle entstammen entsprechend der Lehrinhalte im Studiengang dabei zwei Handlungsräumen: das Umgehen mit Patient*innen im Pflegekontext (Praxisnähe), die Managementtätigkeit (Dialogüben). In beiden Fällen wird auf die Technologie eines fallbasierten Intelligenten Tutoring Systems zurückgegriffen. Hierfür muss eine Expert*innenwissensbasis des Anwendungsgebietes entwickelt werden, sowie mittels künstlicher Intelligenz einer Analyse von Dialogen erfolgen. Da die Erstellung von Lehrfällen aufwändig ist, wird die automatische Generierung von Dialogen aus Eckdaten des Expert*innensystems sowie die automatische maschinelle Analyse der Eingabe der Studierenden untersucht.


Reallabor Leben im Alter: IT- Unterstützungs- und Netzwerkstrukturen für das Leben im Alter  (Akronym: RL Leben im Alter)

Projektlaufzeit: 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2022

Mittelgeber*in: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Fördersumme: 402.244,44 €

Projektleitung: Frau Prof. Dr. Steffi Kraehmer und Herr Prof. Dr. Stefan Schmidt

Zusammenfassung: Ziel des Vorhabens ist es, IT-getragene Unterstützungsstrukturen und Netzwerke für das Leben im Alter im ländlichen Raum zu entwickeln und zu erproben. Insbesondere in den peripheren Räumen und kleinen Dörfern der Region drohen alte Menschen von Kommunikation, sozialen Netzwerken und Informationen abgeschnitten zu werden. Über neue Medien wie z. B. Tabletts und gut gemachte Informationsangebote kann das aufgefangen werden, auch wenn der direkte Kontakt nicht ersetzt werden kann. An der HS NB wurden bereits wertvolle Erfahrungen mit entsprechenden Angeboten für allein lebende, ältere, mehrfacherkrankte Menschen gesammelt. Die Akzeptanz und der Nutzen von IT-Unterstützungsangeboten durch Videokonferenzen wurden als sehr hoch eingeschätzt. Durch moderierte Videokonferenzen war aus der Sicht der Teilnehmenden, die zwischen 66-92 Jahre alt waren, ein barrierefreier Informationsaustausch möglich (Förderung durch SILQUA-FH 2011-2014). Mit der Studie sollen nun IT-Technik und Kommunikationsangebote mit den Projektpartner*innen nutzergerecht weiterentwickelt werden. Ziel sind Kommunikations- und Austauschangebote zwischen zu Pflegenden sowie ihrem formellen und informellen Versorgungsumfeld, wodurch wiederum eine unverzügliche Rückmeldung und damit eine verstärkte Sicherheit in gesundheitliche Fragen ermöglicht wird. So soll ein Angebotsmix zwischen IT-Unterstützung, Pflege, Beratung und Therapie aufgebaut werden. Nicht zuletzt soll damit einer Fehl-, Unter- und Überversorgung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen entgegengewirkt sowie eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.

Erwartete Ergebnisse:

  • Schnellere Rückmeldung und Verbesserung der Versorgung durch IT-Lösungen bei Fragen zu Pflege, Therapie und Medizin; dadurch eine verstärkte Sicherheit in gesundheitlichen Fragen
  • Verbesserter Zugang zu pflegerischen therapeutischen und medizinischen Versorgungsangeboten – insbesondere für ältere mehrfacherkrankte Menschen
  • Verstärkte Zusammenarbeit zwischen informellen und formellen Akteur*innen
  • Aufzeigen von Chancen und Grenzen des Einsatzes von IT-Unterstützungs­systemen

Weitere Informationen:www.hs-nb.de/hiregion


Bedarfsanalyse für ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz in Mecklenburg-Vorpommern

Projektlaufzeit: 01. November 2019 bis 31. Oktober 2020

Mittelgeber*in: Förderverein Kinder- und Jugendhospiz Leuchtturm e. V. 

Fördersumme: 67.264,75 €  

Projektleitung: Herr Prof. Dr. Stefan Schmidt, Frau Prof. Dr. Hanna Janetzke und Herr Prof. Dr. Hans-Joachim Goetze

Zusammenfassung: Mit der Machbarkeitsstudie zur „Bedarfsanalyse für ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz in Mecklenburg-Vorpommern“ wird der Bedarf für den Aufbau eines stationären Kinder- und Jugendhospizes in Mecklenburg-Vorpommern ermittelt.

Es wird im Rahmen der Studie der Frage nachgegangen, ob die vorhandenen ambulanten Hospizdienste in Rostock und Greifswald ein Flächenland, wie es Mecklenburg-Vorpommern mit über 23.000 km² und 69 Einwohner*innen pro km² ist, flächendeckend versorgen können.

Für die Studie ist ein multimethodischer Ansatz vorgesehen. Zunächst wird eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Fachliteratur und bereits durchgeführte Studien sowie Bedarfsanalysen werden gesichtet und dienen als Erfahrungs- und Vergleichsinstrumente. Neben einer detaillierten Strukturanalyse der vorhandenen Angebote des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesrepublik Deutschland werden schriftliche Befragungen und Interviews mit relevanten Akteur*innen der Thematik durchgeführt. Diese Akteur*innen sind Personen, die bereits Kontakt mit pädiatrischen Palliativdiensten hatten: sei es, dass sie entsprechende Leistungen in Anspruch genommen haben, Leistungen angeboten haben oder Leistungen getragen, organisiert oder koordiniert haben.

Das ermittelte Expert*innenwissen ergänzt die vorangegangenen demografischen und epidemiologischen Recherchen ebenso die Strukturanalyse.


Care und Case Management Studien für Personen im Alter von 65+ in Deutschland: Systematische Übersichtsarbeit zum aktuell publizierten Forschungsstand

Projektlaufzeit: 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

Mittelgeber*in: Hochschulinterne Forschungsförderung 2019

Fördersumme: 6.398,00 €

Projektleitung: Herr Prof. Dr. Stefan Schmidt

Zusammenfassung: Das Gesundheitswesen hält zahlreiche Angebote von Pflege, Therapie und Medizin vor, die für viele Menschen nur schwer zu überblicken sind. Nicht selten entstehen Versorgungsprobleme durch Fehl- und Unterversorgungen. Care und Case Management (CCM) bietet Menschen Unterstützung, die aus eigener Kraft nicht die Hilfen besorgen können, die sie benötigen.

International gibt es zahlreiche Studien, die auf positive Effekte durch das CCM verweisen, z.B. auf ein sinkendes Mortalitätsrisiko, weniger Krankenhauseinweisungen, höhere Zufriedenheiten sowie eine bessere Alltagsbewältigung. Ergebnisse aus internationalen Studien können allerdings nur bedingt übertragen werden, da sie abhängig sind von dem nationalen Gesundheitssystem. Ziel des hochschulinternen Projekts ist es, eine systematische Übersicht zu den derzeit in Deutschland publizierten CCM-Projekten und den jeweiligen Forschungsergebnissen zu erstellen.


EU-Projekt "Pflegefachpersonal für das 21. Jahrhundert"

Projektlaufzeit: September 2018 bis Dezember 2019

Das EU-finanzierte Projekt wird von drei Organisationen getragen:
Dobre Kadry, Centrum badawczo–szkoleniowe an der Wirtschaftsuniversität in Wroclaw (Polen), dem Trendhuis BVBA in Mechelen/Antwerpen (Belgien) und dem Berliner Institut für Interkulturelle Arbeit (BIKA), einem An-Institut der Alice Salomon Hochschule in Berlin.
Die drei Partnerorganisationen wollen im Rahmen ihrer Zusammenarbeit drei Themen bearbeiten:

  • Welches sind die Risiken in der pflegerischen Versorgung unter den jeweils gegebenen sozio-ökonomischen Bedingungen?
  • Welche Beispiele guter Praxis bieten aus Sicht der drei kooperierenden Organisationen gute Möglichkeiten zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung unter den gegebenen sozio-ökonomischen Bedingungen?
  • Welche fachlichen und vor allem allgemeinen Kompetenzen erachten die Projektpartner als wesentlich für eine Verbesserung der pflegerischen Versorgung und für wie groß erachten sie die noch bestehenden Kompetenzlücken?

Um sich über diese Themen grenzüberschreitend austauschen zu können, arbeiten die nationalen Teams mit regionalen Praxispartnern zusammen, führen Befragungen durch, erstellen Risikokarten und sammeln Beispiele guter Praxis.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden auf drei Arbeitstreffen der Partnerorganisationen vorgestellt und untersucht:

  • Frühjahr 2019: Antwerpen
  • Sommer 2019: Wrocław
  • Herbst 2019: Berlin

Die Ansprechpersonen des Berliner Instituts für Interkulturelle Arbeit sind Frau Prof. Dr. Ingrid Kollak (Alice Salomon Hochschule Berlin)und Herr Prof. Dr. Stefan Schmidt (Hochschule Neubrandenburg).