Das Reallabor Landschaft

Zwischen Lieps und Havelquelle - eine Landschaft im Wandel

Was sind die Hintergründe des Forschungsvorhabens?

Die Geschichte der Landschaft zwischen Lieps und Havelquelle hat in den vergangenen Jahrhunderten etliche Brüche erlebt – welche sowohl die Lebensart als auch das Erscheinungsbild der Landschaft massiv prägten. Das vierköpfige Forschungsteam des Reallabors Landschaft unter der Leitung von Prof. Hermann Behrens untersucht gemeinsam mit Praxispartnern die dem Landschaftswandel innewohnenden Prozesse und ihre Auswirkungen auf die Region. Es geht darum, verschiedene Perspektiven auf den Wandel, also Standpunkte, von denen aus Landschaft und ihr Wandel wahrgenommen werden, zu erschließen und zu verstehen. Das Reallabor Landschaft ist eines von zwölf Teilvorhaben des vom BMBF geförderten Projektes HiRegion – Hochschule in der Region, das 2018 startete. Das Projekt geht aus einer Förderinitiative des Bundes und der Länder „Innovative Hochschule“ hervor, um den Ideen-, Wissens- und Technologietransfer deutscher Hochschulen zu befördern. Unter dem Motto „Gemeinsam den Wandel gestalten“ will die Hochschule Neubrandenburg intensiv mit Partnern der Region zusammenarbeiten, um Lehre und Forschung für die regionale Entwicklung noch stärker nutzbar zu machen. Die Projektpartner des Reallabors Landschaft sind die Gemeinden Klein Vielen, Hohenzieritz und Kratzeburg, der Kulturverein Klein Vielen e.V., das Karbe Wagner Archiv und das Studienarchiv Umweltgeschichte (IUGR), der Müritz-Nationalpark, das Müritzeum, das Landgut Luisenhof und das Regionalmuseum Neubrandenburg.

Was sind unsere Ziele?

  • Erarbeitung eines Überblicks über die Transformationsgeschichte der Landschaft zwischen Lieps und Havelquelle
  • Analyse aktueller und zukünftiger Transformationsprozesse und deren Auswirkung auf die Landschaft in gemeinsamen, diskursiven Lernprozessen
  • Anstoß eines Denk- und Diskussionsprozesses zum Landschaftswandel und seiner Wahrnehmung in den Gemeinden des Untersuchungsraums
  • Sichtbarmachung von kulturlandschaftlichen Potenzialen und Inwertsetzung von Landschaft
  • Steigerung des regionalen Landschaftsbewusstseins und der regionaler Identität

Herangehensweise

Ausstellung im Zuge einer Landschaftskonferenz. © J. Hoffmann

Im Reallabor sichten und analysieren wir klassische geschichtswissenschaftliche Quellen zum Landschaftswandel in der Teilregion seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Wir haben eine Kartensammlung aktueller und historischer Karten angelegt, anhand derer verschiedene Aspekte des Landschaftswandels untersucht und in Form digitaler Karten dargestellt werden. Das Altarchiv unseres Projektpartners Landgut Luisenhof GmbH, das bis Anfang der 1950er Jahre zurückreicht, bietet zahlreiche Dokumente zur Aufarbeitung der Betriebsgeschichte und zu den Landnutzungsveränderungen im Projektgebiet während der DDR-Zeit. Auch Studierende des Fachbereichs Landschaftswissenschaften und Geomatik profitieren von der umfangreichen Materialsammlung und werden im Rahmen von Praxismodulen in die regionale Forschungsarbeit eingebunden.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit war und ist die Erfassung persönlicher Eindrücke zur erlebten Landschaftsgeschichte. Welche Erinnerungen haben Sie an die Landschaft ihrer Kindheit? Wie hat sich die Landschaft verändert und was wünschen Sie sich für die Zukunft? Mit diesen und weiteren Fragen im Gepäck, machten wir uns auf den Weg, um in den vier Gemeinden Kratzeburg, Klein Vielen, Hohenzieritz und Blumenholz 25 ZeitzeugInnen zu interviewen. Zur Illustration der Veränderungen im Projektgebiet werden Vorher-Nachher-Bildvergleiche erstellt, zu denen die Bewohner und Bewohnerinnen (altes) Fotomaterial beisteuern. 

Die Ergebnisse werden in der Region, beispielsweise im Rahmen von „Landschaftskonferenzen“ und durch Vorträge sowie Wanderausstellungen präsentiert. In Erzählcafés wird gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung diskutiert, wie Landschaftswandel wahrgenommen wird und ob es bisher vernachlässigte kulturlandschaftliche und kulturhistorische Potenziale und Möglichkeiten ihrer „Inwertsetzung“ gibt. 

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie (altes) Bildmaterial aus der Region zur Verfügung stellen möchten oder die Wanderausstellungen auch bei Ihnen gezeigt werden sollen! 


Wie erreichen Sie uns?

Prof. Dr. Hermann Behrens
Raum 012b - Haus 2
+49 0395 5693 - 4500
+49 0395 5693 - 74500
Dr. Elisabeth Reim
Raum 327 - Haus 2
+49 0395 5693-4519
+49 0395 5693 - 74519
Dr.-Ing. Jens Hoffmann
Raum Umweltbibliothek - Haus 2
+49 0395 5693 - 8201
+49 0395 5693-4518
+49 0395 5693 - 74518