Workshops, ein Hörsaalchor und Zukunftsperspektiven: Ein Tag lang „Vielfalt InklusiVe“

Vielfalt Inklusive - 3. Symposium an der Hochschule Neubrandenburg

Prof.in Dr. Steffi Kraehmer und Prof.in Dr. Anke S. Kampmeier bei der Eröffnung des 3. Symposiums im Hörsaal 5. Foto: Elisa Hofert
Prof.in Dr. Steffi Kraehmer und Prof.in Dr. Anke S. Kampmeier bei der Eröffnung des 3. Symposiums im Hörsaal 5. Foto: Elisa Hofert
Sänger Sascha Lej verwandelt die Symposiumsteilnehmenden zum Hörsaalchor. Foto: Elisa Hofert
Sänger Sascha Lej verwandelt die Symposiumsteilnehmenden zum Hörsaalchor. Foto: Elisa Hofert
Der Prorektor der Evangelischen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Komorek, fesselte sein Publikum mit einer spannenden Keynote mit dem Titel „Partizipation – Ein Schlüssel?“. Foto: Martin Fröse
Der Prorektor der Evangelischen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Komorek, fesselte sein Publikum mit einer spannenden Keynote mit dem Titel „Partizipation – Ein Schlüssel?“. Foto: Martin Fröse

„Wir müssen Inklusion erlebbar machen“, forderte Rektor Gerd Teschke in den ersten Minuten des 3. Symposiums „Vielfalt InklusiVe“ am 19. Oktober. Und sie wurde erlebbar.

Der Hörsaal 5 füllte sich, das Interesse war groß. Personen aus der Politik, Agierende aus der Praxis, Angehörige unserer Hochschule aber auch von der Universität Rostock oder der Hochschule Stralsund trafen sich im Haus 2 ein, um gemeinsam über Inklusion zu reden. Rückblick: Das erste Symposium der Inklusionswirkstatt Mecklenburg-Vorpommern und des Frieda-Nadig-Instituts fand vor nunmehr zehn Jahren, demnach 2013, statt. Seitdem wurden viele Seminare und Projekte an der Hochschule durchgeführt, die sich mit dem Thema beschäftigten. Auch der Master-Studiengang Organisationsentwicklung und Inklusion konnte seitdem ins Leben gerufen werden. Doch dass wir noch lange nicht am Ziel angekommen sind, zeigte die Keynote von Michael Komorek, Prorektor der Evangelischen Hochschule Berlin. Mit Charme und Witz präsentierte er Impulse zum Thema „Partizipation – Ein Schlüssel?“, warf Fragen ein und erzählte Geschichten aus dem Alltag im Umgang mit beeinträchtigten Menschen.

Ab wann ist man überhaupt beeinträchtigt? Sind Brillenträger nicht auch beeinträchtigt? Sein Vortrag schaffte Perspektivwechsel und -erweiterungen.

Von Harmonien und Dissonanzen

„Stimmen müssen verschieden sein, so wie wir auch.“ Der Multiinstrumentalist und Sänger Sascha Lej übernahm den Hörsaal vor der Mittagspause. Er leitete die Anwesenden an, gab ihnen Atem- und Aufwärmübungen mit auf den Weg und brachte fast den kompletten Saal zum Singen. Nicht das erste Mal für ihn, immerhin organisiert Lej bereits seit 2011 offene Chöre und weiß genau, wie er unterschiedliche Personen, Charaktere und Stimmen zu einem musikalischen Miteinander „verführt“. Dabei spiele es keine Rolle, wie geübt oder selbstsicher man singe, solange man es gemeinsam tue. Eine ganz klare Brücke zur Inklusionsarbeit.

Wie soll die Zukunft aussehen?

Das mehrstündige Programm bestand in der zweiten Hälfte aus acht verschiedenen Workshops, an denen sich die Teilnehmenden einbringen konnten. Das Angebot reichte von Vielfalts- und Inklusionsimpulsen aus den Arbeitsbereichen gesellschaftliche Teilhabe, Organisationsentwicklung, über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Wissenschaft und Forschung. Die eigenen Erkenntnisse wurden in Gesprächen erläutert und am Nachmittag mit Zukunftsideen verknüpft. Was kann im Land, speziell an der Hochschule, noch getan werden, um wirklich inklusiv zu werden? Wie können wir Vielfalt als Potenziale nutzen? Im neu gegründeten Zentrum für Vielfalt und Inklusion M-V (Kurz ZeVI) sollen die Inklusionsbestrebungen an der Hochschule zukünftig gebündelt werden.

Das 3. Symposium „Vielfalt InklusiVe“ im Rahmen des Vernetzungsforum der Inklusiven Bildung M-V hat allen Anwesenden eines ganz deutlich vor Augen geführt – und wir zitieren damit aus der Keynote von Prof. Dr. Komorek: „Inklusion ist keine Option. Es ist eine (Selbst)verpflichtung“. (Text: Martin Fröse)