Eine Reise durch die Siedlungsgeschichte zwischen Lieps und Havelquelle

Die Region im Süden Mecklenburg-Vorpommerns blickt auf eine Jahrhunderte lange Besiedelungsgeschichte zurück. Zahlreiche Hügelgräber lassen darauf schließen, dass das Gebiet bereits in der Bronzezeit von Menschen besiedelt war. Infolge der Völkerwandung im 4. Jahrhundert war das Land beinahe unbesiedelt und wurde im 6. Jahrhundert durch slawische Völker wiederbesiedelt. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts kolonisierten norddeutsche Siedler, die von slawischen Fürsten nach Mecklenburg geholt wurden, vor allem Gebiete mit schweren Böden. Sie rodeten Wälder, führten die Dreifelderwirtschaft ein und legten großflächig Dörfer an. Die Rundlingsdörfer wurden später durch Anger- und Straßendörfer abgelöst, da diese vielfältigere Entwicklungsmöglichkeiten boten. Heute weisen Ortsnamenänderungen wie -dorf, - hof, -krug und -rode weisen heute auf diese Siedlungen hin. Rund 400 Jahre später wurden die gewachsenen Dorfstrukturen durch Gutsanlagen erweitert und reine Gutsdörfer gegründet. Zahlreiche Siedlungen sind bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg wüst gefallen. Erhalten gebliebene Dörfer tragen teilweise deutliche Spuren ihrer Geschichte. Diesen sind zwölf Studierende des Bachelorstudiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule Neubrandenburg in vier Arbeitsgruppen im Sommersemester 2019 nachgegangen.

Neben der Recherche und Auswertung von Literatur zur Siedlungsgeschichte zwischen Lieps und Havelquelle waren sie aufgefordert, in die jeweiligen Orte zu fahren, um die entsprechenden Elemente fotografisch zu erfassen und mit Anwohnerinnen und Anwohnern ins Gespräch zu kommen und so ortsspezifische Informationen zu erhalten. Die Studierenden befassten sich in vier Arbeitsgruppen mit folgenden Themen und hielten ihre Ergebnisse in Form von 17 Ausstellungstafeln fest:

  • die Veränderung von Siedlungsgrundrissen zwischen 1757 und heute am Beispiel des Ortes Klein Vielen
  • die Veränderung von Gutsanlagen am Beispiel von Zippelow
  • die Gestalt und Herkunft von Siedlungshäusern aus der Zeit der Gutsaufsiedlung in den 1920er und 1930er Jahren am Beispiel von Hartwigsdorf
  • bauliche Kulturlandschaftselemente aus der Zeit der DDR am Beispiel des Ortes Hohenzieritz.

 

 

Die Ausstellung wurde im Rahmen der zweiten Landschaftskonferenz des Teilvorhabens Reallabor Landschaft im Projekt HiRegion am 12. September 2020 in Klein Vielen ausgestellt und von den Besuchern interessiert studiert.