Stadtteilbüro Datzeberg

Die Stadtteilbüros sind Kooperationsprojekte der Hochschule Neubrandenburg mit den Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft (Neuwoba), der Neubrandenburger Wohnungbaugesellschaft (NEUWOGES), der Neu SW und der Stadt Neubrandenburg.

Vor Ort im Stadtteil als GemeinwesenarbeiterIn aktiv sind SozialarbeiterInnen M.A. Anne Henning (in Elternzeit) und Joel Ilchmann.

Adresse:

Stadtteilbüro Datzeberg
Max-Adrion-Straße 5
17034 Neubrandenburg

AnsprechpartnerIn:

M.A. Anne Henning (in Elternzeit)
M.A. Joel Ilchmann


Telefon: 0395-4309699
Mobil: 0177-3861738


Website: http://www.datzebuerger.de
E-Mail: stadtteilbuero-datzeberg@web.de

Öffnungszeiten:

Dienstags von 16-18 Uhr
Donnerstag 9-11 Uhr


Projektleitung:

Prof. Dr. Claudia Steckelberg
Sozialarbeitswissenschaft
Raum 213 - Haus 1
+49 0395 5693 - 5507

Kooperationspartner:

Neuwoba
Neu SW
Stadt Neubrandenburg

Der Datzeberg ist ein typisches Beispiel für eine im Stil des industriellen Wohnungsbaus errichtete Großsiedlung und ist mit ca. 4000 Einwohnern das zweitjüngste Wohngebiet Neubrandenburgs, gleichwohl aber auch das Viertel mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote der Stadt. 2018 feiert der Stadtteil sein 40jähriges Bestehen.

Ziele der Arbeit des Stadtteilbüros sind die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen der EinwohnerInnen und die Förderung einer selbstbewussten Bürgerschaft, die sich für ihr Wohnumfeld bzw. ihre Bedürfnisse einsetzt.

Als Lehrpraxisstelle bietet es den Studierenden der Hochschule die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika, Lehrveranstaltungen und Projekten die Bedingungen und Methoden der sozialen Stadtteilarbeit praxisnah kennenzulernen.

Das Stadtteilbüro auf dem Datzeberg hat über die Jahre folgende Arbeitsschwerpunkte gefestigt:

  • Aufbau von Kooperationsstrukturen/Netzwerkarbeit
  • Förderung von bürgerschaftlichem Engagement, Aktivierung und Beteiligung
  •  Projekt- und Eventmanagement
  • Anleitung von Praktikant/innen und Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit

Aktuelles

Die Arbeit des Stadtteilbüros auf dem Datzeberg ist dieses Jahr unter anderem geprägt vom 40jährigen Jubiläum des Stadtteils. Die Mitarbeiter organisieren hierbei die Zusammenarbeit der Akteure, organisieren allerdings nicht das Fest an sich. Die Zusammenarbeit findet zwischen Bürgern und Bürgerinnen, lokalen Akteuren und Studierenden statt. Aktuelles zum Jubiläumsfest finden Sie auch auf der Website des Stadtteilbüro Datzeberg.

Das Viertel „Datzeberg“

Das Viertel „Datzeberg“

Das Viertel hat seit der Wende deutliche Veränderung seiner Sozialstruktur sowie auch seiner Bewertung durch öffentliche Meinungen erfahren: aus einem sozial relativ gemischten Neubaugebiet in attraktiver Lage wurde ein soziales Problemgebiet, dessen Bevölkerung abgenommen und der Zuzug einkommensschwacher BewohnerInnen zugenommen hat.  Nach der Wende 1990 verließen viele der einstmals mehr als 10.000 Bewohner den Stadtteil. Angelockt u. a. von den vergleichsweise günstigen Mieten, wanderten im Gegenzug verstärkt Bürger mit eher niedrigeren Einkommen zu. Allerdings glich diese Zuwanderung nicht die Abwanderung aus. Die Folge war eine wachsende Anzahl von leerstehenden Wohnungen, zum Teil verbundenen mit dem Verzicht auf notwendige Erhaltungsinvestitionen, was für das Erscheinungsbild und den Ruf des Stadtteils nicht förderlich war. Dies änderte sich erst, als vor einigen Jahren im Rahmen des Stadtumbaus auf dem Datzeberg mit umfangreichen Umbau-, Rückbau- und Abrissmaßnahmen begonnen wurde. Für die Zukunft wird ein starker Anstieg des Durchschnittsalters erwartet. Durch den Bevölkerungsrückgang und Veränderungen der Altersstruktur ist die Auslastung und damit der Bestand von Schulen und anderen Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur (soweit noch vorhanden) gefährdet.

Der Beginn des Stadtteilbüros

Der Beginn des Stadtteilbüros

Ausschlaggebend für die Installation des Stadtteilbüros auf dem Datzeberg war u.a. dass bereits viele engagierte Leute (haupt- und ehrenamtlich) schon vor Ort sind, aber eine Verstärkung der vorhandenen Kräfte im Bereich der Netzwerk- und Gemeinwesenarbeit dringend nötig war. Der Stadtteil stand vor großen (städtebaulichen) Herausforderungen, wie Rückbau und Abrisse von Wohnhäusern. Eine Umbruchsituation, die Chancen aber auch beträchtliche Risiken beinhaltet.

Parallel zu diesen baulichen Maßnahmen nahm auch das „Stadtteilbüro Datzeberg“ unter der Leitung von Prof. Johannes Boettner seine Arbeit auf.  Eine zentrale Frage und ausschlaggebend bei der Konzeptionierung des Stadtteilbüros war: „Wie werden die bevorstehenden Rückbau-Ereignisse von der Bevölkerung verstanden und bewertet?“ Werden sie als Zeichen des Aufbruchs und der Erneuerung oder als Zeichen des Niedergangs und der negativen Wirkungsketten (verstärkte Abwanderung → noch mehr Leerstände → weitere Rufschädigung usw.) verstanden. Das Stadtteilbüro hat es sich zu Beginn (2007) zur Aufgabe gemacht die baulichen Veränderungen mit den methodischen Möglichkeiten der Sozialen Arbeit zu begleiten und zu einer nachhaltigen sozialen Sensibilisierung des Viertels beizutragen. Diese Arbeit sollte dazu beitragen, dass sich der Stadtteil als ein Wohngebiet gerade auch für kleine und mittlere Einkommen stabilisiert und ein lebenswertes Wohnumfeld symbolisiert. Die Einrichtung des Stadtteilbüros trug dazu bei, dass dieser Bau-/Veränderungsprozess in einer sozial akzeptablen Weise geschieht, d.h. unter Einbeziehung der Bewohner und ihrer Interessen.

Vorrangiges Wirkungsfeld des Stadtteilbüros sind somit die Kommunikationsverhältnisse vor Ort. Das Projekt ist als Praxisforschung angelegt. Es erprobt die bewährten Methoden der sozialraumorientierten Sozialen Arbeit in einem prekären Wohngebiet und entwickelt darüber hinaus – das Potential des Fachbereichs „Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung“ nutzend – experimentell Arbeitsformen, die auf die besonderen sozialräumlichen Bedingungen des Datzeberg-Viertels zugeschnitten sind.