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10.02.2011

Zeitzeugen lassen Umweltgeschichte aufleben

Aus den authentischen Berichten und Geschichten von Zeitzeugen der Umweltgeschichte der DDR soll das Projekt "Grünes Gedächtnis DDR" entstehen und für mehr Spannung und Aufmerksamkeit bei den Schülern im Geschichtsunterricht sorgen. Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mitteilt, ünterstützt sie das Vorhaben von Prof. Dr. Hermann Behrens und Dr. Jens Hoffmann mit rund 110.000 Euro.

In diesem neuen Projekt wollen die Wissenschaftler Naturschutz und Geschichte am Beispiel der ehemaligen DDR im wahrsten Sinne des Wortes "aufleben" lassen: Zeitzeugen sollen befragt und daraus schulische Bildungsangebote entwickelt werden. Wichtiger Bestandteil ist der Aufbau einer Internetseite mit dem Titel "Grünes Gedächtnis DDR".  "So werden die Schüler für ein häufig als 'trocken' empfundenes, aber sehr wichtiges Thema auf persönliche und emotionale Weise sensibilisiert", betont DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Gleichzeitig werde die Quellenlage zur Geschichte des Naturschutzes in der ehemaligen DDR ergänzt.

Geplant sei, so Projektkoordinator Prof. Dr. Hermann Behrens, rund 25 Zeitzeugen zu befragen. Sie sollen zu den verschiedenen Phasen der Naturschutzgeschichte der ehemaligen DDR in räumlicher und institutioneller Hinsicht Auskunft geben. Das könnten Personen sein wie Dr. Karl-Heinz Großer, der unter anderem für die Schriftenreihe "Naturschutzarbeit in Berlin und Brandburg" tätig war, Dr. Lebrecht Jeschke, ehemaliger Direktor des Landesnationalparkamts Mecklenburg-Vorpommern, und Prof. Dr. Hans Dieter Knapp, Direktor der Naturschutzakademie Insel Vilm. Interessant sei beispielsweise zu erfahren, betont Behrens, wie die Zeitzeugen sowohl die Möglichkeiten als auch Einschränkungen des Naturschutzes empfunden und bewältigt haben.

Die Ergebnisse sollen in einem "Zeitzeugenbuch" sowie einer Videodokumentation festgehalten und für Schüler und andere interessierte Personen zugänglich gemacht werden. Im Internet sei neben grundlegenden Informationen geplant, auch entsprechende Arbeitshilfen für Lehrer und Schüler anzubieten. Dabei arbeite die Hochschule Neubrandenburg mit Schul- und Umweltbildungsexperten zusammen, erklärt Behrens: "Unser Ziel ist, die Zusammenhänge zwischen Naturschutz, Geschichte und Politik den Schülern auf eine spannende Art und Weise transparent zu machen." Gleichzeitig lernten sie die Methode der mündlichen Geschichtsüberlieferung kennen und sollen motiviert werden, eigene Zeitzeugen zu befragen und ihre Ergebnisse auf der Projekthomepage zu präsentieren. In Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern sollen die Arbeitsmaterialien als erstes zum Einsatz kommen.

Für Brickwedde stellt das innovative Projekt eine "gelungene Verknüpfung von Forschungs- und Bildungsarbeit" dar. Die Hochschule Neubrandenburg mit einem ihrer Forschungsschwerpunkte in "Umweltgeschichte/Naturschutzgeschichte" betreibt bereits ein Studienarchiv mit einer Spezialsammlung zu dem Thema. Mit den Aussagen der Zeitzeugen sollen die Dokumente um die Ebene der persönlichen Erlebnisse erweitert, diese Erfahrungen aber gleichzeitig auch kritisch in den gesellschaftspolitischen Zusammenhang eingeordnet werden. Zum Abschluss des Projekts ist ein "Zeitzeugensymposium" geplant, bei dem die Ergebnisse präsentiert werden und anderen Einrichtungen und Institutionen als Anregungen dienen sollen.

(Quelle: Pressemitteilung der DBU, 09.02.11)

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Prof. Dr. Hermann Behrens
Hochschule Neubrandenburg
Telefon: 0395/5693224
Telefax: 0395/5693399
E-Mail: behrens(at)hs-nb.de

Dr. Jens Hoffmann
Hochschule Neubrandenburg
Telefon: 0395/5693255
Telefax: 0395/5693399
E-Mail: jenshoffmann(at)hs-nb.de
www.iugr.net

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